Trentino-Regierung gibt Bär zum Abschuss frei

Nach Bären-Angriff in Italien: Vater und Sohn gegen Tötung des Tieres

Braunbär in Italien
© dpa, Campolongo Annalisa, kde

29. Juni 2020 - 10:19 Uhr

"Wir sind gegen die Tötung, weil wir den Berg und die Tiere, die dort leben, respektieren“

Soll er getötet werden oder nicht? Nach einem Bärenangriff in Norditalien ist ein Streit über das weitere Schicksal des Raubtiers entbrannt. Die Provinz Trentino hat eine Anordnung zur Tötung erteilt - aber nicht nur Naturschützer sind dagegen. Auch die beiden angegriffenen Männer wollen das Tier am Leben lassen.

Trentino ist Heimat für etwa 90 Bären

"Sowohl mein Vater als auch ich sind gegen die Tötung, weil wir den Berg und die Tiere, die dort leben, respektieren", sagte Christian Massironi der Zeitung Corriere della Sera. Der 28-Jährige war kürzlich mit seinem Vater am Monte Peller unterwegs gewesen, als ein Bär auftauchte. Das Tier habe ihn unvermittelt attackiert und dann auch seinen Vater verletzt, so Massironi.

Italiens Umweltminister Sergio Costa ist gegen eine Tötung - vor allem weil noch nicht klar ist, ob es sich um ein Weibchen handelte, das seine Jungen verteidigen wollte.

In der beliebten Alpen-Urlaubsregion Trentino leben rund 90 Bären. Die Tiere wurden in den 90er Jahren wieder angesiedelt. Bärengegner sind der Meinung, dass dort zu viele Tiere sind, die Menschen gefährlich werden.

Video: Kleiner Junge zeigt großem Bär die kalte Schulter

Erst vor wenigen Wochen ging ein Video viral, das einen Jungen beim Wandern in dem italienischen Alpengebiet zeigt, der einem großen Bären die kalte Schulter zeigt und langsam vor diesem flieht.