Nach Autoimmunkrankheit GPA: Jayne Hardmanns Leben ohne Nase

26. April 2018 - 18:25 Uhr

Nun trägt Jayne eine magnetische Nasenprothese

Dort, wo Jayne Hardmans Nase sein sollte, klafft ein großes Loch. Die Nase der Britin musste 2014 amputiert werden, nachdem Ärzte bei ihr die Autoimmunkrankheit Granulomatose mit Polyangiitis festgestellt hatten. Nun trägt Jayne eine magnetische Nasenprothese, die sie jeden Morgen erneut aufsetzt. Wie die 48-Jährige aus Redditch, einer  kleinen Stadt bei Birmingham, ihr Leben mit der Prothese meistert, sehen Sie im Video.

Was ist Granulomatose mit Polyangiitis (GPA)?

Die GPA gehört zu den entzündlich-rheumatischen Krankheiten. Bei dieser Autoimmunkrankheit greift das Immunsystem fälschlicherweise die weißen Blutkörperchen an. Dadurch werden die Gefäße zerstört und entzünden sich. Betroffen sind vor allem die oberen und unteren Atemwege wie Nase, Mittelohr und Lunge. Dort entsteht geschwürartiges Gewebe – sogenannte Granulome. Diese können mit der Zeit auch die anderen Organe befallen. Häufig erkranken die Betroffenen an einer Nierenentzündung.

Welche Symptome hat die GPA?

Neben allgemeinen Beschwerden wie Fieber, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Müdigkeit äußert sich die GPA in folgenden Symptomen:

Anfangsstadium: Zunächst entsteht eine starke Entzündung der Atemwege. Diese zeigt sich beispielsweise in hartnäckigem Schnupfen mit blutigen Krusten und Geschwüren in der Mundschleimhaut. Entzündungen in der Nasenscheidewand können so stark sein, dass sie den Nasenrücken verformen. Weiterhin äußert sich die Krankheit durch chronische Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen. Auch Bronchien und Lunge können in Mitleidenschaft gezogen werden.

Fortgeschrittenes Stadium: Die Augen der Erkrankten sind entzündet und rötlich verfärbt. Typische Begleiterscheinungen sind Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Taubheitsgefühle. Oftmals entsteht eine Nierenentzündung, die zu Nierenversagen führen kann.

Wer ist von GPA betroffen?

Die Granulomatose mit Polyangiitis kann in jedem Alter auftreten. Frauen und Männer sind gleichermaßen gefährdet. Die Ursachen der GPA sind noch nicht geklärt. Es wird vermutet, dass bestimmte Gene, die auch in Zusammenhang mit anderen Autoimmunkrankheiten stehen, die Krankheit begünstigen. Auch eine Vorbelastung durch vorangegangene bakterielle Infekte könnte ein Auslöser sein. Laut der 'Apotheken Umschau' leiden 100 von einer Million Menschen an GPA.

Wie kann GPA behandelt werden?

Ärzte können die Krankheit mithilfe von Blut- und Gewebeproben feststellen. Je nach Stadium helfen verschiedene Medikamente dabei, das zu stark arbeitende Immunsystem zu bremsen. Die Betroffenen müssen zusätzlich regelmäßig ihre Leber- und Blutwerte kontrollieren lassen. Wegen des dauerhaft geschwächten Immunsystems ist der Körper anfälliger für Infektionen. Die GPA lässt sich oftmals nicht vollständig heilen. Die medikamentöse Therapie und unterstützende Maßnahmen wie Physiotherapie können jedoch die Symptome lindern und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessern.