Nach Anti-Terror-Razzien: Wie sicher sind unsere Weihnachtsmärkte?

22. November 2017 - 12:31 Uhr

Essener Weihnachtsmarkt als mögliches Anschlagsziel

Nach den Anti-Terror-Razzien vom Dienstag, bei denen sechs mutmaßliche Anhänger der IS-Terrormiliz festgenommen worden sind, stellt sich die Frage nach der Sicherheit auf deutschen Weihnachtsmärkten. Ein mögliches Ziel der sechs festgenommen Syrer soll der Essener Weihnachtsmarkt gewesen sein.

Verdächtige sollen Einkaufszentrum ausspioniert haben

Sechs Verdächtige waren am Dienstagmorgen bei Razzien in Kassel, Hannover, Essen und Leipzig festgenommen worden. Die Syrer sollen als Flüchtlinge getarnt nach Deutschland eingereist sein. Der 'Hessische Rundfunk' und 'Bild' berichteten vom Essener Weihnachtsmarkt als möglichem Anschlagsziel, der 'Kölner Stadt-Anzeiger' meldete außerdem, dass die mutmaßlichen IS-Terroristen ein Einkaufszentrum in Essen beobachtet hätten. Bestätigen wollen Behörden diese Informationen bisher nicht.

In vielen deutschen Städten sind kurz vor der Eröffnung der Weihnachtsmärkte die Sicherheitsvorkehrungen erhöht worden. In München oder Köln schützen schwere Betonsperren öffentliche Plätze, die Polizeipräsenz wird vielerorts noch einmal erhöht. RTL-Terrorismusexperte Michael Ortmann warnt, dass Gefahr nicht nur von Einzeltätern ausgeht. Trotz des Ermittlungserfolgs vom Dienstag gebe es weiterhin die Bedrohung durch "organisierte Terrorzellen".

Erinnerungen an Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Berlin

Bereits im vergangenen Jahr wurde ein deutscher Weihnachtsmarkt Ziel eines terroristischen Anschlags. Auf dem Berliner Breitscheidplatz tötete der tunesische Asylbewerber Anis Amri am 19.12.2016 mit einem entführten LKW elf Menschen und verletzte 60 weitere. Der Fall sorgte aufgrund zahlreicher Pannen und Versäumnisse der Behörden für großes Aufsehen. Ein Sonderausschuss des Berliner Senats befasst sich aktuell immer noch mit der Aufklärung des Anschlags und dem Vorgehen der Sicherheitsbehörden.