Nach Anschlag in Berlin: Deutsche wünschen sich mehr Polizei und Überwachung

27. Dezember 2016 - 10:38 Uhr

Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche wurde nicht videoüberwacht

Polizeikräfte aufstocken und mehr Videoüberwachung - das wünschen sich die deutschen Bürger nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov.

73 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, die Polizeikräfte aufzustocken. Eine Mehrheit von 60 Prozent der Deutschen ist der Umfrage zufolge für eine stärkere Videoüberwachung öffentlicher Räume. Der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz an der Gedächtniskirche wurde nicht von der Polizei mit Kameras observiert.

Der 2015 nach Deutschland gekommene Tunesier Anis Amri war nach Überzeugung der Ermittler der Mann, der am Montagabend mit einem gestohlenen Sattelzug in den Weihnachtsmarkt gerast war. Dabei starben 12 Menschen, 53 wurden teils lebensgefährlich verletzt.  Der 24-jährige Amri war nach französischen Medieninformationen über Lyon und Chambéry nach Italien gelangt, wo er am Freitag bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet wurde.

Berliner Senat gegen schärfere Überwachung - de Maiziére macht Druck

Der rot-rot-grüne Berliner Senat will die Videoüberwachung derzeit nicht ausweiten. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) forderte den Senat in der 'Bild am Sonntag' auf, seine Haltung zur Videoüberwachung "dringend" zu überdenken. Die Berliner Innenverwaltung will sich nicht unter Druck setzen lassen. Nach dem Anschlag sollten erst die Ermittlungen zu Ende geführt werden, sagte der Sprecher von Innensenator Andreas Geisel (SPD), Martin Pallgen.

Die Ermittlungen laufen auch an den Weihnachtsfeiertagen mit Hochdruck. Unter anderem soll geklärt werden, ob der mutmaßliche Attentäter Anis Amri ein Unterstützernetzwerk, Mitwisser oder Gehilfen hatte.