Sri Lanka: Ein Deutscher unter den Opfern

Nach Selbstmordattentaten auf Hotels und Kirchen: Autobombe gesprengt

23. April 2019 - 13:14 Uhr

Für die perfiden Anschläge in Sri Lanka wurde unter anderem eine Autobombe verwendet. Diese konnte glücklicherweise von Bombenentschärfern kontrolliert gesprengt werden, wie in dem Video zu sehen ist.

Mindestens 290 Tote, rund 450 Verletzte - Explosionen in Kirchen und Luxushotels haben Sri Lanka am Ostersonntag erschüttert. Forensiker gaben am Montag bekannt, dass es sich bei den Anschlägen um Selbstmordattentate gehandelt habe. Sri Lankas Geheimdienst lagen Hinweise auf einen möglichen Anschlag vor, wie Premierminister Ranil Wickremesinghe in einer Fernsehansprache sagte. Die Regierung macht eine radikal-islamische Gruppe für die Anschläge vom Ostersonntag verantwortlich. Zudem wurde am Montag ein Sprengsatz in einem Van gefunden, ganz in der Nähe der schon zuvor betroffenen St. Antonius Kirche. Dieser konnte von Bombenentschärfern kontrolliert gesprengt werden. Welche Wucht die von den Tätern eingesetzten Waffen haben, ist im Video zu sehen.

Gesprengte Autobombe: Panik und Aufruhr an St. Antonius Kirche

22.04.2019, Sri Lanka, Colombo: Menschen gehen auf einer Straße, während im Hintergrund Rauch aufsteigt. Am Ostermontag fand die Polizei weitere Sprengsätze in einem in der Nähe gesparkten Fahrzeug. Foto: Eranga Jayawardena/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk ++
Eine Rauchsäule steigt in Colombo nach der Sprengung eines Sprengsatzes auf
© dpa, Eranga Jayawardena, jga

Insgesamt gab es am Sonntag mindestens acht Detonationen, darunter drei in Kirchen und drei weitere in Luxushotels. Die Explosionen in den Kirchen und Hotels geschahen fast zeitgleich. In den Kirchen fanden gerade Ostergottesdienste statt. Dort gab es die meisten Opfer.

Am Sonntagabend und am Montag wurden am Flughafen und in der Nähe einer der von Anschlägen betroffenen Kirche, der St. Antonius Kirche, Sprengsätze gefunden. Die Sprengung nahe der Kirche löste in der Umgebung Panik aus. Zeugen berichteten auf Twitter zudem, dass die Polizei einen Festgenommenen vor einer aufgebrachten Menge schützen musste.

Ein deutscher Staatsbürger unter den Opfern

Unter den Todesopfern ist nach Informationen des Auswärtigen Amtes auch ein deutscher Staatsbürger. Das Opfer soll sowohl einen deutschen, als auch einen US-amerikanischen Pass besitzen. Insgesamt seien mindestens 35 Ausländer ums Leben gekommen. Unter ihnen sind auch Bürger der USA, Großbritanniens, Portugals, der Niederlande, Belgiens, Dänemarks, Chinas, Indiens und der Türkei.

Die deutsche Botschaft in Sri Lanka steht nach Angaben von Außenminister Heiko Maas weiter mit den lokalen Behörden in Kontakt und bemüht sich um Aufklärung, ob weitere Deutsche betroffen sind.

Mehrere deutsche Reiseveranstalter, darunter DERTOUR mit einer "knappen vierstelligen" Gästezahl auf der Insel, meldeten, alle ihre Sri Lanka-Urlauber hätten die Anschläge unbeschadet überstanden.

„Wir werden nicht zulassen, dass der Terrorismus in Sri Lanka seinen Kopf erhebt“

Sri Lanka's Prime Minister Ranil Wickremesinghe speaks to media at St. Anthony's Shrine in Colombo, Sri Lanka, April 21, 2019 in this still image obtained from a video. Derana TV/via Reuters TV   THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. MANDATO
Sri Lankas Premierminister Ranil Wickremesinghe verspricht Aufklärung - noch ist das Motiv für die Selbstmordanschläge unklar
© REUTERS, REUTERS TV, PAS

Wie Premierminister Ranil Wickremesinghe in einer Fernsehansprache sagte, stammten die Festgenommenen alle aus Sri Lanka. Er wolle aber im Ausland um Unterstützung bitten, um herauszufinden, ob die Angreifer Verbindungen zum internationalen Terrorismus hätten.

"Wir werden nicht zulassen, dass der Terrorismus in Sri Lanka seinen Kopf erhebt. Alle Maßnahmen werden ergriffen, um den Terrorismus auszulöschen", sagte Wickremesinghe. Die Regierung sei fest davon überzeugt, dass die Gruppe National Thowheeth Jama'ath die Selbstmordattentate verübt habe, sagte Kabinettssprecher Rajitha Senaratne am Montag. Zuvor habe es Hinweise auf Anschlagspläne der Gruppe gegeben.

"Der Krieg geht im Stillen weiter"

RTL-Reporterin Johanna Meier erklärt im Video, wie stark der Konflikt in Sri Lanka nach dem 26 Jahre langen Bürgerkrieg noch immer ist, und worauf Urlauber vor einem Trip auf die Insel achten sollten.