Beamte suchten nach Brandsätzen

Nach Angriffen auf RWE-Eigentum: Razzia am Hambacher Forst

28. Dezember 2018 - 14:50 Uhr

Angriffe auf RWE an Weihnachten

Nach den Angriffen auf RWE-Mitarbeiter und Eigentum an Weihnachten hat die Polizei jetzt ein Lager von Aktivisten am Hambacher Forst durchsucht. Mehrere vermummte Personen hatten in der Nacht zum 1. Weihnachtsfeiertag Brandsätze und Steine auf ein Materiallager der RWE geworfen, ein Mitarbeiter der Firma wurde verletzt. Einen Tag später verhinderte die Polizei nach eigenen Angaben einen Anschlag auf eine Pumpstation von RWE.

Hambi-Aktivisten leisteten Widerstand, mehrere Personen wurden festgenommen

Gläser am Hambacher Forst
Diese beiden Flüssigkeiten wurden von der Polizei im Wiesencamp am Hambacher Forst sichergestellt.
© RTL

Die Polizei hatte als Reaktion auf die Taten einen Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Aachen erwirken können. Im Fokus der Beamten lag bei der Durchsuchung dabei vor allem das sogenannte Wiesencamp, auch eine "Kreativwerkstatt" in Düren wurde durchsucht. Die Polizei suchte dabei nach Hinweisen auf die Straftaten an Weihnachten, im Visier der Beamten waren vor allem Bolzenschneider und Mittel, um Brandsätze herzustellen. Geräumt wurde das Camp bei dem Einsatz nicht, auch wurde der Wald unberührt gelassen.

Allerdings stießen die Polizisten auf Widerstand der Campbewohner. Flaschen wurden geworfen, die Polizei musste Pfefferspray einsetzen. Einige Personen wurden festgenommen. Ob etwas gefunden wurde und wie viele Personen festgenommen wurden, will die Polizei allerdings erst später mitteilen, wie Pressesprecher Andreas Müller RTL sagte.

Hambacher Forst ist Symbol gegen die Braunkohle

Der Hambacher Forst gilt mittlerweile als Symbol für den Widerstand gegen die Braunkohle-Verstromung und für den Klimaschutz. Vor einigen Monaten war es zur bislang größten Auseinandersetzung zwischen RWE und den Umweltaktivisten gekommen. Baumhäuser und Camps von Aktivisten wurden geräumt, RWE wollte einen Großteil des Waldes roden, um auf der Fläche Braunkohle abbauen zu können. Das Oberverwaltungsgericht Münster verfügte dann aber einen vorläufigen Rodungsstopp. Seitdem ist der Wald nicht mehr Betriebsgelände, sondern öffentlich zugänglich und unterliegt dem Forstgesetz.