Nach tödlichem Angriff während Vortrags in Berlin

So leidet Polizist, der Fritz von Weizsäcker retten wollte

© dpa, Paul Zinken, kno

25. November 2019 - 9:54 Uhr

Polizist leidet psychisch, weil er Fritz von Weizsäcker nicht retten konnte

Er riskierte sein Leben, um das von Fritz von Weizsäcker zu retten: Der 33 Jahre alte Polizist, der bei dem Angriff auf den Sohn von Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker schwer verletzt wurde, ist nicht nur körperlich, sondern vor allem seelisch stark mitgenommen. Wie RTL aus Ermittlerkreisen erfuhr, leidet er stark darunter, dass er Fritz von Weizsäcker nicht vor dem Tod bewahren konnte. Mit RTL-Reporterin Lisa de Ruiter hat er über die dramatischen Szenen vom Dienstagabend gesprochen.

Er griff in die Klinge

Der Polizist hat sein Leben aufs Spiel gesetzt, um den Chef der Schlosspark-Klinik in Berlin-Charlottenburg zu retten. Aber weil der Angreifer Fritz von Weizsäcker so gezielt die Halsschlagader aufgetrennt hat, war eine Rettung praktisch unmöglich.

Er habe zuerst selber einen Schnitt in den Hals abbekommen, dann einen tiefen Schnitt ins Rückengewebe und schließlich habe er in die Klinge gegriffen, um den Täter zu stoppen, heißt es aus Polizeikreisen. Dabei wurden zwei Sehnen durchtrennt. Mittlerweile ist der Polizist außer Lebensgefahr, aber das Ereignis vom 19. November 2019 wird er sicher sein Leben lang nicht vergessen.

Fritz von Weizsäcker wurde Dienstagabend bei einem Vortrag erstochen. Als Chefarzt für Innere Medizin in der Schlosspark-Klinik in Berlin dozierte er zum Thema "Fettleber - (K)ein Grund zur Sorge". Ein psychisch kranker Zuhörer tötete den Sohn des Ex-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker.