Der erste "PinnePride"

Nach Angriff auf lesbisches Paar: Pinneberger wollen bei Parade Farbe bekennen

Gleichstellung der Ehe
© dpa, Michael Reichel

16. Oktober 2020 - 7:53 Uhr

Homophobie und Gewalt

Es ist ein Angriff, der die Kreisstadt erschüttert hat: Vor knapp einer Woche werden am Pinneberger Bahnhof zwei Frauen erst beleidigt und dann verprügelt. Der Auslöser soll ihre gleichgeschlechtliche Beziehung gewesen sein. Die Polizei ermittelt. Die Pinneberger sind erschüttert und wollen das Thema Homophobie am Wochenende bei dem ersten "PinnePride" öffentlich anprangern. Zuvor hat das Hamburger Abendblatt berichtet.

Tritte in den Unterleib

Zwei Frauen wollen am vergangenen Sonntag händchenhaltend eine Kneipe verlassen und in ein Taxi steigen, doch bis zum Taxi schaffen sie es nicht. Auf dem Bahnhofsvorplatz werden sie von drei Männern abgefangen. Erst beleidigen die Unbekannten das Paar mit massiven Beschimpfungen und dann werden sie handgreiflich. Die Männer halten die Frauen fest, treten einer von ihnen in den Unterleib. Dann rennen sie weg.

Eine Art Christopher-Street-Day

Der mutmaßlich homophobe Angriff auf die Frauen löst eine Welle der Bestürzung im Ort aus. Morgen (17.10.2020) wollen viele Bürger ihre Solidarität beweisen, Farbe bekennen und gemeinsam gegen Homophobie auf die Straße gehen. Zum ersten Mal findet der "PinnePride" statt. Unter dem Motto "Pinneberg ist bunt" wollen die Unterstützer ab 11:30 Uhr vom Pinneberger Bahnhof bis zur Drostei laufen.


Unterstützung gibt es auch aus der Politik

Auch SPD-Vize-Bundesvorsitzender Kevin Kühnert unterstützt das Engagement der Pinneberger für die, die wegen ihrer sexuellen Identität diskriminiert werden. In einer Videobotschaft sagt er: "Es ist eben nicht so, wie manche denken, dass das eben nur noch zu so einer lustigen Feierveranstaltung geworden ist, sondern selbstverständlich gibt es auch im Jahr 2020 noch wichtige und gute Gründe auf die Straße zu gehen für mehr geschlechtliche und sexuelle Vielfalt." Dabei weist er auch auf ein Blutspendeverbot für sexuell aktive schwule Männer hin und Probleme im Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare. Auch Grünen-Politikerin Eka von Kalben schickt eine Grußbotschaft nach Pinneberg.