2019 M01 11 - 17:44 Uhr

Videoaufnahmen nach Angriff auf AfD-Politiker in Bremen veröffentlicht

Nach dem Angriff auf den AfD-Landesparteichef und Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz am Montag haben Polizei und Staatsanwaltschaft in Bremen am Freitag Videoaufnahmen veröffentlicht, die Bilder von dem Angriff zeigen.

Aufnahmen veröffentlicht

Das Video zeigt (teilweise in Zeitlupe) die relevanten Sequenzen des Ablaufs, aufgenommen von zwei verschiedenen Kameras in unmittelbarer Nähe des Tatorts. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie Magnitz von einem Mann mit Kapuze von hinten umgerannt und dabei mit dem Ellenbogen offenbar am Kopf getroffen wird. Nicht erkennbar ist hingegen ein Schlag-Gegenstand. Kurz nach dem Angriff hatte die AfD behauptet, Magnitz wäre mit einem Kantholz bewusstlos geschlagen worden. Obwohl die Staatsanwaltschaft diese Behauptung widerlegt hatte, blieb die AfD bei ihrer Darstellung. Das Kantholz wurde laut AfD von Handwerkern erwähnt, die Magnitz gefunden und anschließend die Polizei alarmiert hatten. Außerdem ist auf den Bildern nicht zu sehen, dass auf den am Boden liegenden Politiker eingetreten wurde.

Polizei bittet um Mithilfe

Polizei und Staatsanwaltschaft in Bremen bitten jetzt um Mithilfe aus der Bevölkerung. Der Kriminaldauerdienst ist unter der Nummer 0421 362 3888 erreichbar. Für Hinweise die zur Ergreifung und rechtskräftigen Verurteilung der Täter führen, hat die Staatsanwaltschaft Bremen eine Belohnung in Höhe von 3.000 Euro ausgelobt. Die Polizei Bremen bietet zudem die Möglichkeit, Bilder und Videos über ein Hinweisportal hochzuladen.

Angriff von Unbekanntem

Frank Magnitz im Krankenhaus
Frank Magnitz wurde nach einem Neujahrsempfang niedergeschlagen und schwer verletzt.
© Facebook

Magnitz war der Polizei zufolge am Montagabend in der Nähe des Bremer Theaters am Goetheplatz von hinten von einem Mann angesprungen worden, der zu einer Gruppe von drei Männern gehörte. Er schlug laut Staatsanwaltschaft ungebremst mit dem Kopf auf und wurde mit schweren Verletzungen in eine Klinik gebracht, die er am Mittwoch auf eigene Verantwortung wieder verließ. Die drei Männer sind flüchtig.

Angebliches Bekennerschreiben im Netz

Im Internet war am Donnerstag ein angebliches Bekennerschreiben aufgetaucht, das Experten aber für fragwürdig halten. Aus Sicherheitskreisen hieß es am Donnerstag, an der Authentizität der Botschaft, die auf einer offen zugänglichen Seite gepostet worden sei, bestünden erhebliche Zweifel. Inzwischen wurde das Bekennerschreiben wieder gelöscht.

Ermittler: Kein Mordversuch

Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln nach dem Angriff wegen gefährlicher Körperverletzung. Dies begründe sich unter anderem darin, dass die Tat gemeinschaftlich begangen worden sei, sagte Frank Passade, Sprecher der Staatsanwaltschaft Bremen. Die AfD und Magnitz selbst stufen die Tat hingegen als Mordversuch ein.