Nach Amoklauf: Fußballmannschaft verarbeitet Trauer mit ungewöhnlicher Aktion - und bringt Münchner zum Lächeln

17. August 2016 - 19:25 Uhr

"1 Smile, 1 Beer"

Es ist der Stadtteil, in dem der Amokläufer von München aufgewachsen ist: die Maxvorstadt. Hier sitzt der Schock über die Tat tief, die Trauer um die Opfer ist groß. Und hier hat sich eine Fußballmannschaft etwas ausgedacht, um den Münchnern das zu geben, was sie brauchen, um die Tat zu verarbeiten: ein Lächeln.

Einer der Hobbyfußballer hat bei dem Amoklauf einen Freund verloren. "Er war total durch den Wind, als er vom Tod seines Bekannten erfuhr", erinnert sich sein Teamkollege Markus Klausmann im Gespräch mit 'Jetzt.de'. "Er hat mich angerufen, weil er jemandem zum Reden brauchte. Wir haben uns bei mir getroffen und ich habe gedacht: Wir können doch auch etwas Gutes tun, um ihn aufzuheitern."

Sie entschieden sich Bier zu kaufen und an jeden zu verteilen, der ihnen dafür ein Lächeln schenkte. Finanziert aus der Mannschaftskasse. Verteilt wurde das Bier aus dem Fenster der Wohnung von Klausmann im ersten Stock.

"Erst waren die Menschen unten skeptisch, hielten das für eine Promo-Aktion oder dachten, sie müssten für das Bier zahlen", erzählt Klausmann. Mit der Zeit legte sich das Misstrauen. Als es zu regnen begann, luden die Jungs alle Leute in die Wohnung ein. "Wir hatten ein super Miteinander mit guten Gesprächen - sowohl über die Vorfälle am Freitag, als auch über ganz andere Dinge."

Das gute Gefühl, geholfen zu haben, hält an: "Heute bin ich aufgewacht und war immer noch geflasht. Wie schön es war, Wildfremde zum Lachen zu bringen und dann mit ihnen zu feiern." Mit ihrer ungewöhnlichen Aktion haben es die Fußballer geschafft, den Menschen ein Lächeln zu entlocken.