Nach Air-Berlin-Pleite: Kunden sauer wegen teurer Lufthansa-Tickets

Kaum ist die Air Berlin-Pleite besiegelt, droht der Lufthansa wegen teurer Tickets Ungemach.
© dpa, Marcel Kusch, mku gfh

17. Dezember 2017 - 16:30 Uhr

Fliegen wird durch die Air-Berlin-Pleite teurer - die Bahn kann davon profitieren

Kunden und Verbraucherschützer beklagen seit der Pleite von Air Berlin steigende Preise im deutschen Luftverkehr. Während die Lufthansa von Marktmechanismen spricht, nimmt das Bundeskartellamt die Preisgestaltung beim deutschen Branchenprimus genauer unter die Lupe. Von den unzufriedenen Kunden wechseln derweil viele zur Deutschen Bahn.

Geschäftsreisende nehmen die Bahn

Die Lufthansa wehrt sich gegen die Vorwürfe und betont, ihre Tarifstruktur nicht verändert zu haben. Höhere Durchschnittspreise seien lediglich das Ergebnis der gestiegenen Nachfrage. Aber wird das Fliegen wieder günstiger, wenn die Lufthansa ihr Vorhaben in die Tat umsetzt und 1.000 zusätzliche innerdeutsche Flüge anbietet?

Der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Klaus Müller, zeigt Verständnis für die Beschwerden der Kunden. Niemand verlange, dass Fliegen immer sehr günstig sein müsse. "Aber es darf eben auch nicht so sein, dass die Lufthansa hier Monopolgewinne abschöpft", warnt er auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. Das Kartellamt hatte Ende November eine Prüfung der Preisstruktur bei der Lufthansa angekündigt.

Nach dem Aus von Air Berlin fehlen Zehntausende zuvor angebotene Plätze, zum Teil scheint davon die Deutsche Bahn zu profitieren. Insbesondere auf den ehemaligen innerdeutschen Hauptverbindungen von Air Berlin gebe es einen Anstieg der Buchungen, verriet ein Bahn-Sprecher der 'Welt am Sonntag'. Viele Geschäftsreisende seien wegen der höheren Preise für Flugtickets auf die Bahn umgestiegen. Für Entlastung im innerdeutschen Fernverkehr soll vor allem die neue ICE-Strecke Berlin-München sorgen. Bei der feierlichen Eröffnung haben allerdings noch Pannen für Schlagzeilen gesorgt.