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Nach 9-Euro-Ticket: Verbraucherzentrale fordert 29-Euro-Ticket als Entlastung in der Preiskrise

Verbraucherzentralen fordern Entlastung in der Preiskrise

Kommt nach dem 9-Euro-Ticket das 29-Euro-Ticket für alle?

Fahrgäste warten in einer Schlange am Bahnsteig des Karlsruher Hauptbahnhofs auf den Einstieg in den Regionalexpress. Seitdem man das 9-Euro-Ticket kaufen kann, bilden sich große Menschentrauben an den Bahnhöfen.
Fahrgäste warten in einer Schlange am Bahnsteig des Karlsruher Hauptbahnhofs auf den Einstieg in den Regionalexpress. Seitdem man das 9-Euro-Ticket kaufen kann, bilden sich große Menschentrauben an den Bahnhöfen.
Micha Korb, picture alliance

Das 9-Euro-Ticket ist ein echter Volltreffer. Über 16 Millionen verkaufte Fahrkarten im Juni, hinzu kommen noch rund 10 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten, die mit dem 9-Euro-Ticket fahren können. Einziger Haken: Geplant ist es nur für Juni, Juli und August. Jetzt fordern die Verbraucherzentralen ein Anschluss-Angebot für die 9-Euro-Tickets im bundesweiten Nahverkehr – für 29 Euro im Monat.

29-Euro-Ticket soll in der Preiskrise Entlastung bringen

Die Chefin des Bundesverbands (vzbv), Jutta Gurkmann, sagte der Deutschen Presse-Agentur, ein leicht buchbares Ticket für alle Busse und Bahnen im Nahverkehr sollte für einen monatlichen Preis von 29 Euro, also rund einen Euro pro Tag, angeboten werden. „Das würde in der Preiskrise alle entlasten, insbesondere aber Haushalte mit wenig Geld, und zudem der nötigen Verkehrswende mehr Schub geben.“

Die 9-Euro-Tickets gelten im Juni, Juli und August und ermöglichen jeweils für einen Monat beliebig viele Fahrten in Bussen und Bahnen des Nah- und Regionalverkehrs in ganz Deutschland . Sie sind viel günstiger als normale Monatstickets, die zudem nur im Verbundbereich gelten.

Die Verbraucherzentralen fordern, die Bundesregierung müsse eine Weiterentwicklung des erfolgreichen 9-Euro-Tickets für ein nötiges weiteres Entlastungspaket aufgreifen. Dabei sei angesichts weiter steigender Energiepreise bei der Gasversorgung ein Umdenken nötig.

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Finanzielle Hilfen sollen an Preisentwicklung gekoppelt werden

So müsse die Koalition finanzielle Hilfen wie den Heizkostenzuschuss für Wohngeldempfänger an die tatsächliche Preisentwicklung koppeln. „Es braucht ein dynamisches Modell mit Verbindung zur Preisrealität“, sagte Gurkmann. „Würden sich zum Beispiel die Zusatzkosten für die Gaspreise noch einmal verdoppeln, müsste die Bundesregierung auch den Heizkostenzuschuss und andere Transferleistungen entsprechend anheben.“ Viele stünden jetzt schon finanziell mit dem Rücken zur Wand - vor allem Menschen mit wenig Einkommen, Rentnerinnen und Rentner und zunehmend auch Menschen mit mittlerem Einkommen.

Die Bundesregierung dürfe zudem Unternehmen und Verbraucherinnen und Verbraucher nicht ungleich behandeln. Es könne nicht sein, dass die Politik Unternehmen mit Anreizen zum Energiesparen bewegen wolle, privaten Haushalten aber geringere Heiztemperaturen verordnet werden könnten . Maßnahmen müssten für alle gleichermaßen gelten. „Ansonsten hat das gravierende Auswirkungen auf die Akzeptanz der Maßnahmen.“ (dpa/aze)

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