Jetzt dürfen sie nicht mal mehr Abschied feiern

Nach 47 Jahren: Deutschlands bekannteste Seniorendiscothek muss schließen

Michael Borge hat die Seniorendiscothek gegründet.
Michael Borge hat die Seniorendiscothek gegründet.
© privat

03. Dezember 2021 - 17:22 Uhr

Aktuelle Corona-Lage lässt keine Abschiedsfeier zu

Es wurde getanzt, gesungen und gelacht. Ein letztes Mal hätte am Montag, den 6. Dezember, ein schöner Abend zusammen verbracht werden sollen. Aber leider kann die Abschiedsfeier der kultigen "1. Seniorendiscothek Berlins seit 1974" wegen der aktuellen Corona-Lage nicht stattfinden. Das macht vor allem den Mann traurig, der die Idee vor 47 Jahren ins Leben gerufen hat: Discojockey Michael Borge (73). Auch die Tänzerinnen und Tänzer seien "sehr traurig" über die Umstände. Michael Borge verrät uns im Interview, was die Discothek so besonders gemacht hat und welche prominenten Gäste schon dort waren.

Wieso muss die Seniorendiscothek überhaupt schließen?

Hans Blum und Henry Valention
Hans Blum und Henry Valention
© Privat

Dass die Seniorendiscothek schließen muss, ist leider der Corona-Pandemie geschuldet, sagt der 73-jährige Erfinder: "Dieses ist eine Corona-bedingte Entscheidung. Die Ungewissheit, noch mehr Einschränkungen in Kauf zu nehmen, hat letztendlich zu diesem Endschluss geführt." Damit verliert Berlin eine Institution, die wirklich immer gut besucht war: Sowohl von tanzfreudigen Senioren und Seniorinnen, als auch von einem großen Star-Aufgebot. Roland Kaiser, Frank Zander, Thomas Anders, Bernhard Brink und Hans Blum waren schon dort, um nur einige zu nennen.

Michael Borge: "Es war meine Erfindung"

Michael Borge, dem Gründer, fällt es schwer, sein Lebenswerk hinter sich zu lassen: "Ich habe die Seniorendisco erfunden und hänge heute noch daran mit ganzem Herzen.". Und nicht nur das: Im Interview erzählt er auch, wie stolz er darauf ist, den Schritt damals überhaupt gegangen zu sein: "Es gab zu meiner Zeit 1974 keine Discothek für Senioren. Ich war bundesweit der Einzige und sie besteht durch mich immer noch weiter. Das Konzept war ein damals durchgeführter Bunter Nachmittag, nur eben mit einer Discothek." Für ihn ist es aber mehr als nur eine Discothek: "Es gibt mehrere Erlebnisse, wie Sie sich nach 47 Jahren Beständigkeit, sicher denken können. Einmal im Jahr habe ich die große Gala veranstaltet, hier habe ich vom kleinen nicht so bekannten Künstler, bis zum großen Star, viele begrüßen dürfen."

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Gibt es doch ein Happy End?

Entertainer Julian F.M. Stoeckel ist ein guter Freund des Noch-Besitzers der Seniorendiscothek. Er kann sich einfach nicht vorstellen, dass dieser Kult-Treffpunkt für immer seine Tore schließen muss. Deshalb seine Idee: "Ich will ihm vorschlagen, dass wir das zusammen machen in irgendeiner Art und Weise." Na das wäre doch was! Es bleibt also spannend. (mmü)