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Nach 22 Jahren: Arsene Wenger tritt als Trainer bei Arsenal zurück

epa04105112 Arsenal manager Arsene Wenger applauds supporters after the English Premier League soccer match between Stoke City and Arsenal FC at the Britannia Stadium in Stoke, Britain, 01 March 2014. Stoke won 1-0. EPA/DAVID JONES DataCo terms and c
Er stand für Arsenal wie der Big Ben für London: Arsene Wenger. © dpa, David Jones

Wenger prägte den Verein wie kein Zweiter

Arsene Wenger wird nach 22 Jahren als Trainer bei Arsenal London im Sommer zurücktreten. Mit dem Franzosen an der Seitenlinie feierten die Gunners viele Erfolge - doch in den vergangenen Jahren mehrte sich die Kritik.

Wenger: Der Club wird immer meine Liebe und Unterstützung haben

In Deutschland standen die Spice Girls mit "Wannabe" auf Rang 1 der Charts, als Arsene Wenger am 30. September 1996 bei Arsenal als neuer Coach vorgestellt wurde. Seitdem feierte der Franzose Erfolge ohne Ende und stand vor allem für eines: Den Verein FC Arsenal. Doch damit ist nach 22 Jahren Schluss.

"Nach sorgfältigen Überlegungen und anschließenden Diskussionen mit dem Verein, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass es sich für mich richtig anfühlt, zum Ende der Saison abzutreten", verkündete der 68-jährige Trainer auf der Club-Homepage. "Ich bin dankbar, dass ich das Privileg hatte, dem Verein so viele Jahre zu dienen." Über 1.000 Spiele coachte Arsene Wenger den FC Arsenal.

"Ich möchte dem gesamten Personal, den Spielern, den Direktoren und den Fans, welche diesen Club so besonders machen, danken", teilte Wenger mit. "Meine Liebe und Unterstützung wird der Verein immer haben!"

"Wir werden Arsene immer dankbar sein"

Auch der Mehrheitseigner des Vereins bedankte sich bei dem langjährigen Coach. "Dies ist einer der schwierigsten Tage, die ich jemals im Sport hatte. Einer der Hauptgründe, warum wir bei Arsenal eingestiegen sind, war, was Arsene dem Club auf und abseits des Platzes gebracht hat", sagte Stan Kroenke. "Seine Konstanz über solch eine lange Zeit auf so einem hohen Level wird niemals erreicht werden. Wir werden Arsene immer dankbar sein."

"Arsene besitzt eine unvergleichliche Klasse. Jeder, der Arsenal und den Fußball liebt, schuldet
ihm tiefe Dankbarkeit", schrieb der Amerikaner auf der Club-Homepage.

Wenger schuf die "Untouchables"

ARCHIV - 17.05.1998, Großbritannien, London: Arsène Wenger, Trainer des FC Arsenal, hält die Pokale vom FA Cup und vom League Cup, während im Hintergrund die Fans jubeln. Arsène Wenger hört nach fast 22 Jahren als Trainer des FC Arsenal am Ende diese
1998 feierte Arsene Wenger mit dem FC Arsenal den Premier-League-Titel und den FA-Cup. © dpa, John Stillwell, peopleimage wal

Mit Wenger als Coach feierte der FC Arsenal insgesamt drei Premier-League-Titel, sieben FA-Cup-Triumphe und war 20 Jahre in Folge in der Champions League. Die absolute Krönung war dabei die Saison 2003/2004: Das Team um Thierry Henry verlor in der Premier League nicht ein einziges Spiel (Spitzname "the Untouchables") und wurde überlegen Meister! 

Wenger stand zugleich für eine moderate Transferpolitik. Spieler wurden oft günstig ein- und teuer verkauft. In den vergangenen Jahren änderte sich das teilweise, doch bei ausbleibendem Erfolg machten einige Fans Wenger das zum Vorwurf. Gerade weil andere Vereine in England Irrsummen in Transfers steckten, befürchteten viele, dass Arsenal abgehängt würde. 

Klopp: Habe Wenger immer bewundert

ARCHIV - 09.04.2018, Großbritannien, Manchester: Fußball: Champions League, Viertelfinale, Rückspiel, Manchester City - FC Liverpool. Jürgen Klopp, Trainer des FC Liverpool, sitzt auf einer Pressekonferenz. (zu dpa «Jürgen Klopp: «Nach Liverpool werd
Jürgen Klopp geriet ins Schwärmen, als er über Arsene Wenger parlierte. © dpa, Richard Sellers, pat gfh

Auch Jürgen Klopp und Jupp Heynckes verneigten sich vor Wenger. "Seine Karriere ist fantastisch", sagte Klopp. Wenger sei eine "herausragende Persönlichkeit". "Ich habe seine Arbeit immer bewundert, sie war stets brillant. Er hat seine Teams immer wundervollen Fußball spielen lassen", lobhudelte der Liverpooler Coach. Trainer würden normalerweise schnell ausgetauscht, "aber er war 22 Jahre hier. Das ist lang."

"Er hat eine großartige Karriere absolviert. Er hat überwiegend attraktiven Fußball spielen lassen und hatte Erfolge", sagte Heynckes. "Er hat den englischen Fußball sehr positiv beeinflusst durch seine Philosophie", ist sich der Bayern-Coach sicher.

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