Nach 17 Jahren Obdachlosigkeit: Familie holt Ralf (62) von der Straße

31. Januar 2017 - 20:10 Uhr

Ganze 17 Jahre lang lebte der 62-jährige Ralf mit weniger als dem Allernötigsten auf der Straße. Als der Obdachlose in der Fußgängerzone von Soest wie so häufig auf etwas Geld von großzügigen Passanten hoffte, passierte ihm jedoch ein kleines Wunder, welches ihm nun die besten Voraussetzungen für ein neues Leben bietet.

Die Hilflosigkeit des Obdachlosen ließ Familie nicht mehr los

Nicola und ihr Sohn Dominik sind geschockt: Bei Temperaturen weit unterhalb des Gefrierpunktes liegt ein Obdachloser mitten in der Innenstadt auf dem Boden. Die beiden wollen ihm weiterhelfen und geben ihm fünf Euro - doch das Bild geht ihnen nicht mehr aus dem Kopf.

Später am Tag fasst die Mutter einen Entschluss: Sie fährt zurück in die Fußgängerzone und lädt den Mann zu sich nach Hause ein. Nicola und Dominik kümmern sich um den obdachlosen Ralf, lassen ihm ein Bad ein, kochen für ihn und geben ihm sogar neue Klamotten.

Entgegen vieler Vorurteile stellt sich bei Ralf wenig später heraus, dass er nicht etwa wegen Alkohol oder anderer Drogen auf der Straße landete - ein schwerer Schicksalsschlag brachte ihn vor vielen Jahren an den Abgrund: Seine Verlobte starb vor 17 Jahren bei einem Autounfall. Ralf fiel danach in ein Loch, wurde kaufsüchtig und war nach kurzer Zeit hoch verschuldet.

Retter verhalfen ihm zu einem neuen Leben

Für Nicola und Dominik ist Ralf mit der Zeit ein Mitglied der Familie geworden. Trotzdem besaß der 62-Jährige noch immer keinen eigenen Wohnsitz. Der Familie fiel auf, dass die Wohnung unter ihrer seit Jahren leer stand. Nicole zögerte nicht lange und kontaktierte den Vermieter, um für den obdachlosen Ralf zu vermitteln - mit Erfolg.

Die beiden Retter brachten die renovierungsbedürftige Wohnung auf Vordermann. Ralf, der eine eigene Wohnung schon oft, aber ohne Erfolg, beantragt hatte, konnte wenig später tatsächlich in seine ersten eigenen vier Wände seit 17 Jahren ziehen. Und nicht nur das: Nicola richtete für Ralf sogar ein Spendenkonto ein, um ihm nach Jahren der Obdachlosigkeit die besten Voraussetzungen für ein besseres Leben zu bieten.