Mysteriöses Licht am Himmel

26. Dezember 2011 - 10:02 Uhr

Himmelslicht war Sojus-Rakete

In weiten Teilen Deutschlands haben Menschen an Heiligabend einen rätselhaften Lichtschweif am Himmel beobachtet. Aufgeregt riefen zum Beispiel viele Hörer beim Radiosender Antenne Thüringen an und berichteten von dem Phänomen. Augenzeugen sagten, sie hätten gegen 17.30 Uhr drei glühende Streifen mit einem breiten Schweif gesehen, der sich dann in mehrere Teile zerstreut habe. Auch in Hessen und Nordrhein-Westfalen sprachen Menschen von dem hellen Schein.

Nach Angaben der belgischen Königlichen Sternwarte stammte der Lichtschweif von verglühenden Teilen einer Sojus-Rakete. "Es handelte sich dabei um eine Oberstufe der Sojus-Rakete, die kürzlich drei Weltraumfahrer zur Internationalen Raumstation ISS gebracht hat", sagte Bernhard von Weyhe, Sprecher der Europäischen Weltraumbehörde ESA. Die Rakete war am Mittwoch vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet, um die Weltraumfahrer zur ISS zu bringen.

"Ganz toll, es war sehr beeindruckend", sagte eine Hörerin im Radio. Eine andere Hörerin meinte: "Auch wir haben das Lichtspektakel gesehen, auf dem Heimweg von der Kirche. Unsere Tochter fand es wie eine Kutsche vom Weihnachtsmann mit Elchen." Andere Augenzeugen spekulierten, sie hätten den Stern von Bethlehem gesehen.

Phänomen von Frankreich bis Süden Deutschlands zu sehen

"Die Raketenteile sind etwa 80 Kilometer über der Erde verglüht. Die Flugrichtung war von Westen nach Osten", erklärte von Weyhe, "beim Eintritt in die Atmosphäre hatten sie etwa eine Geschwindigkeit von 25.000 bis 28.000 Stundenkilometern." Eine Gefahr für die Bevölkerung habe zu keiner Zeit bestanden: "Je weiter Teile in die Erdatmosphäre eintreten, desto mehr zerbrechen und verglühen sie."

Am 24. Dezember war das Phänomen abends über Teilen Deutschlands, Belgiens, Frankreichs und der Niederlande beobachtet worden. Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) erreichen jährlich 60 bis 70 Tonnen Weltraumschrott die Erde.

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