Mysteriöser Leichenfund in Köln: Verweste Leiche wird vom Balkon geworfen und landet vor einer Kita

© dpa, Frank Fuchs

14. Juni 2014 - 13:19 Uhr

Aus dem neunten Stock geworfen

Ein Leichenfund in Köln gibt der Polizei Rätsel auf. Der Mann war von einem Balkon im neunten Stock eines Hochhauses geworfen worden und landete direkt vor einer Kindertagesstätte. Mehrere Anwohner riefen sofort die Polizei an. Viele befürchteten, dass jemand vom Balkon gefallen sei und nun schwerverletzt im Gras liege. Doch der Mann war schon seit mehreren Tagen tot, die Leiche schon teilweise stark verwest.

Mittlerweile wurde der Tote obduziert, die Beamten konnten ihn anhand von Spurenbefunden identifizieren. Es handelt sich um einen 36 Jahre alten Litauer. Wann der Mann gestorben ist und wie lange er in der Wohnung gelegen hat, ist noch unklar. "Das ist schwer zu sagen", sagt Christoph Gilles von der Polizei Köln im Gespräch mit RTLaktuell.de. Zurzeit laufen noch toxikologische Untersuchungen, die helfen sollen, einen Todeszeitpunkt festzulegen.

Noch keine Fahndungsgrundlage

Auch die Todesursache ist noch nicht geklärt. Aufgrund des starken Grades der Verwesung ergab die Obduktion kein Ergebnis. "Wir müssen von allem ausgehen: Tötungsdelikt, Suizid oder Überdosis. Das erschwert unsere Arbeit sehr", sagt Gilles. Denn solange keine Todesursache feststeht, können die Kriminalbeamten nicht richtig ermitteln. Ohne eine vorliegende Straftat und einen Tatverdächtigen haben die Beamten keine Grundlage um beispielsweise nach dem Mieter der Wohnung zu fahnden, in der der Tote gelegen hat. Daher werden im Moment nur Zeugen im Umfeld des Toten und in der Wohngegend befragt, um weitere Hintergrundinformationen zu gewinnen.

Die Wohngegend in Köln-Meschenich, in der die Leiche aufgefunden wurde, ist bekannt für eine hohe Kriminalitätsrate. Drogendealer und Abhängige sind dort normal, Diebstähle und andere Straftaten an der Tagesordnung. Die Menschen sind verschlossen, Kooperation mit der Polizei gibt es kaum. "Wir Ermittler stoßen hier schnell an unsere Grenzen, es ist sehr schwer, etwas belastbares zu ermitteln", so Gilles. Trotzdem laufen die Untersuchungen in alle Richtungen weiter.