Ursprung noch immer unbekannt

Mysteriöse Messwerte: Erhöhte Radioaktivität über Nordeuropa festgestellt

Mysteriöse radioaktive Strahlung über Nordeuropa gemessen
© deutsche presse agentur

03. Juli 2020 - 15:35 Uhr

Woher kommen die radioaktiven Spuren?

Wo kommen die radioaktive Partikel her, die schon seit einer Woche über Nordeuropa gemessen werden? Mehr als 40 Länder haben inzwischen erklärt, dass die Spuren nicht aus ihren Gebieten stammen.

Internationalen Atomenergiebehörde rätselt

ARCHIV - 10.06.2010, Bayern, Grafenrheinfeld: Arbeiter im AKW Grafenrheinfeld setzen während der jährlichen Revision Messsonden in den Reaktordruckbehälter, in dem die Brennelemente bereits eingesetzt wurden. Das Atomkraftwerk wurde am 27.06.2015 sti
Atomkraftwerk Grafenrheinfeld
© dpa, David-Wolfgang Ebener, ebe ggr axb

Die Partikel über Nordeuropa geben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) seit vergangener Woche Rätsel auf. Die leicht erhöhte Konzentration der Teilchen, die für Menschen und Umwelt ungefährlich sei, stamme wahrscheinlich vom Betrieb oder der Wartung eines Atomreaktors, teilte die IAEA mit.

Woher der Ausstoß gekommen sei, sei aber nach wie vor unklar. Mehr als 40 Länder mit Atomkraftwerken, darunter die EU-Staaten und Russland, gaben demnach bislang gegenüber der IAEA an, dass die Radioaktivität nicht aus ihren Gebieten stammte.

Behörden sehen keinen Grund zur Sorge

Estland, Finnland und Schweden hatten nach Angaben der Behörde in der vergangenen Woche leicht erhöhte Werte der radioaktiven Isotope Ruthenium und Caesium in der Atmosphäre festgestellt. Dabei handelte es sich laut IAEA um sehr niedrige Konzentrationen in der Luft, die nach Auswertung der Daten keine Risiken für Menschen und die Umwelt darstellten. Solche Messwerte kämen etwa ein bis zweimal im Jahr vor, sagte der Laborchef der finnischen Atomaufsicht. Bei dem aktuellen Vorfall handele es sich um nichts Ungewöhnliches.