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Mysteriöse Lungenschäden durch E-Zigaretten: Forscher haben erste Spur

Zahl der Todes- und Krankheitsfälle steigt weiter an

Mysteriöse Lungenschäden durch E-Zigaretten: Forscher haben erste Spur

Mann raucht E-Zigarette
In den USA gibt es immer mehr Meldungen ungeklärter Lungenerkrankungen, die nach dem Konsum von E-Zigaretten auftreten.
iStockphoto

Der Grund für die gesundheitlichen Auswirkungen war bisher unbekannt

Die Zahl der Toten und Erkrankten nach Benutzung von E-Zigaretten in den USA steigt weiter an, US-Behörden registrierten bisher insgesamt fünf Todesfälle. Zudem sind mittlerweile 450 mögliche Erkrankungen in 33 Bundesstaaten gemeldet. Der genaue Auslöser für diese starken gesundheitlichen Auswirkungen war bisher nicht bekannt. Jetzt haben amerikanische Forscher offenbar eine heiße Spur, die das Rätsel lösen könnte.

Die meisten Betroffenen sind jung und gesund

In den USA hatten sich die Meldungen ungeklärter Lungenerkrankungen, die nach dem Konsum von E-Zigaretten auftreten, in den vergangenen Monaten gehäuft. Die US-Gesundheitsbehörde CDC berichtete von drei bestätigten Toten in Illinois, Oregon und Indiana nach dem Gebrauch von E-Zigaretten. Auch in Kalifornien und Minnesota meldeten Behörden jeweils einen Todesfall. Der CDC zufolge seien zudem mittlerweile 450 mögliche Erkrankungen in 33 Bundesstaaten gemeldet worden – mehr als doppelt so viele Fälle wie beim letzten veröffentlichten Stand. In Deutschland oder Europa ist bislang kein ähnlicher Anstieg der mysteriösen Fälle bekannt.

Die Betroffenen sind dabei häufig jung und eigentlich gesund. Die Symptome reichten von Atembeschwerden, Atemnot und Brustschmerzen bis hin zu Fällen von Magen-Darm-Erkrankungen mit Erbrechen und Durchfall. Viele der Betroffenen hatten sogenannte Liquids – Flüssigkeiten, die verdampft werden – mit dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff THC konsumiert. In einigen US-Bundesstaaten ist der Verkauf erlaubt.

„Der Fokus der Untersuchung engt sich ein“

Die "Washington Post" hatte am Donnerstag von einer Spur zu einem möglicherweise verantwortlichen Stoff berichtet. Es handele sich um sogenanntes Vitamin-E-Azetat, das die Ermittler in Proben von Cannabisprodukten gefunden hätten, die die Erkrankten zuvor geraucht hatten. Es komme in verschiedenen Marken und in mehreren der Liquids vor. CDC-Expertin Meaney-Delman bestätigte am Freitag, dass das Vitamin-E-Azetat in einigen Laborproben nachgewiesen worden sei. Ileana Arias, stellvertretende Leiterin der CDC-Abteilung für Nicht-Infektionskrankheiten, sprach von Fortschritten bei den Ermittlungen. Die Ursache der Beschwerden werde langsam klarer: „Der Fokus der Untersuchung engt sich ein, und das sind großartige Nachrichten.“

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Es handelt sich vermutlich um eine neu auftretende Erkrankung

Es gibt Hinweise darauf, dass es sich bei dem Anstieg der Fälle tatsächlich um neu auftretende Erkrankungen handelt – und nicht nur um erst jetzt entdeckte. So suchten Ermittler in Illinois nach ähnlichen Fällen in der Vergangenheit: „Es sieht so aus, als ob es einen Anstieg der Fälle seit Mai oder Juni 2019 gegenüber 2018 gibt. Das würde dafür sprechen, dass es sich um ein neues Phänomen handelt“, sagte Jennifer Layden von der staatlichen Gesundheitsbehörde in Illinois. Sie betonte, dass es sich um vorläufige Erkenntnisse handele.

Die Ermittler warnten alle Benutzer von E-Zigaretten vor dem Gebrauch wegen möglicher Lungenschäden aus bisher unklaren Gründen. Auch wenn es eine Spur gäbe, sei die Ursache für die rätselhaften Erkrankungen noch nicht sicher: "Zu diesem Zeitpunkt wurde noch keine Verbindung von einem Produkt oder einer Substanz zu allen Fällen hergestellt", so CDC-Expertin Dana Meaney-Delman.

Quelle: DPA/RTL.de