Mutter und Tochter (11) aus Deutschland sterben nach Lawinenunglück in Südtirol

04. Januar 2018 - 12:22 Uhr

Beide wurden geborgen, doch die Hilfe kam zu spät

Drama im Skiurlaub: Eine Lawine in Südtirol hat mehrere Skifahrer aus Deutschland mitgerissen und ein Kind und dessen Mutter getötet. Das elf Jahre alte Mädchen konnte zwar aus der Lawine im Vinschgau gerettet werden, überlebte das Unglück aber nicht. Die 45-jährige Mutter wurde lebensgefährlich verletzt in ein Krankenhaus gebracht und erlag dort ihren Verletzungen. 

Tragisch: Gruppe löste das Unglück vermutlich selbst aus

Rettungskräfte beraten sich am 03.01.2017 in St. Valentin in Südtirol (Italien). Eine Lawine in Südtirol hat mehrere Skifahrer aus Deutschland mitgerissen und ein Kind und dessen Mutter getötet. Die beiden waren mit einer Gruppe von neun Tourengehern
Rettungskräfte in St. Valentin in Südtirol (Italien). Eine Lawine in Südtirol hat mehrere Skifahrer aus Deutschland mitgerissen und ein Kind und dessen Mutter getötet.
© dpa, Walter Wegmann

Die beiden waren mit einer Gruppe von neun Tourengehern aus Deutschland abseits der Piste unterwegs, als sich das Schneebrett im Skigebiet Schöneben-Haideralm löste. Laut Südtiroler Medien stammten die beiden aus Ludwigsburg in Baden-Württemberg. Die restlichen sieben Sportler seien nicht von der Lawine in mehr als 2.000 Metern Höhe verschüttet worden, sagte ein Polizeisprecher.

Die Sportler, die Mitglieder eines Skiclubs waren, hatten das Schneebrett vermutlich selbst ausgelöst. Schlechte Sichtverhältnisse und starker Wind erschwerten die Rettung, Hubschrauber konnten im Schneegestöber zunächst nicht fliegen. Die Aktion lief auch nach Einbruch der Dunkelheit weiter. In den vergangenen Tagen hatte es in den italienischen Alpen viel geschneit. Auch am Mittwoch war Neuschnee gefallen. In der ganzen Südtiroler Region herrschte "erhebliche" Lawinengefahr der Stufe drei von fünf.

In den nächsten Tagen erhebliche bis große Lawinengefahr

Das turbulente Wetter hat auch in den Alpen seine Spuren hinterlassen. Schnee, Regen und die ansteigenden Temperarturen einerseits sowie der Wind/Sturm mit Orkanböen haben entlang des Alpenhauptkammes von der Schweiz bis nach Österreich für eine extrem angespannte Lawinensituation gesorgt. Verbreitet herrscht derzeit Lawinenwarnstufe 3 bis 4 (von 5). Das entspricht einer erheblichen bis großen Lawinengefahr!

Da auch am Donnerstag in den Lagen oberhalb von rund 2.000 Meter zum Teil über 50 Zentimeter Neuschnee und darunter zum Teil kräftiger Regen nachkommt, wird die Situation Donnerstag und Freitag weiterhin sehr heikel bzw. gefährlich bleiben, da Lawinen auch ohne Fremdeinwirkung (beispielsweise durch Skifahrer) spontan abgehen können. Erst im Laufe des Wochenendes könnte es eine allmähliche Entspannung geben.