Ein gewöhnlicher Alltag ist für sie unvorstellbar

Mutter trank Alkohol in der Schwangerschaft: Jetzt muss Alexia mit den Folgen leben

4. Dezember 2018 - 18:39 Uhr

Kampf gegen Fetales Alkoholsyndrom (FAS)

Alexia Schwinn ist körperlich und geistig behindert - und das nur, weil ihre Mutter in der Schwangerschaft Alkohol getrunken hat. Alexias Alltag ist beeinträchtigt, ihr fällt es schwer, Freude und Wut zu kontrollieren. Doch die 17-Jährige hat gelernt, damit umzugehen. So wurde sie zum Symbol im Kampf gegen das Fetale Alkoholsyndrom (FAS).

Ein gewöhnlicher Alltag ist für Alexia unvorstellbar

"Die anderen hängen mit Freundinnen ab, gehen alleine in die Stadt und verabreden sich. Ich kann das zwar lernen, aber Freundinnen zu finden, ist für mich ziemlich schwierig", sagt die 17-Jährige. Alltag ist für sie schwierig.

Ihre Mutter hat in der Schwangerschaft Alkohol getrunken. Wenn die Schülerin an sie denkt, spürt sie Wut und Trauer. Persönlichen Kontakt hat Alexia zu ihr nicht, kennt sie nur von einem Foto. Stattdessen findet sie Halt bei ihrer Adoptivmutter Gabriele. Durch sie hat Alexia gelernt, ihren Alltag zu großen Teilen selbstständig zu meistern.

Alexia ist Botschafterin im Kampf gegen Alkohol in der Schwangerschaft

Schon geringe Mengen Alkohol in der Schwangerschaft können bei Ungeborenen körperliche und geistige Behinderungen verursachen. Denn beim Fetalen Alkoholsyndrom (FAS) hemmt der Alkohol die Entwicklung des Embryos. Das will Alexia werdenden Eltern bewusst machen. Im Video spricht sie deshalb sehr offen über ihre Behinderung.

Gemeinsam mit der Kampagne "Happy Baby no Alcohol" unterstützt sie Schulen und Jugendämter. Diese sind im Umgang mit FAS-Betroffenen oft überfordert. Alexia möchte aufklären, zeigen, dass sie stark ist - und das ohne Mitleid: "Ich möchte, dass die Leute sehen: Oh die hat eine Behinderung, die kann trotzdem alles schaffen… naja vielleicht nicht alles, aber vieles!"