Gruppenvergewaltigung in Mülheim

Mutter klagt an: Georgi S. hat auch meine Tochter begrapscht

12. Juli 2019 - 15:34 Uhr

„Mama, ich habe jetzt gerade die Polizei angerufen“

Wie viele Frauen hat er noch bedrängt? Georgi S. ist der Hauptverdächtige im Fall der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Mülheim an der Ruhr. Der 14-Jährige soll schon vorher Frauen sexuell belästigt haben, nahm deshalb an einem Programm für jugendliche Intensivtäter teil. Jetzt meldet sich eine weitere Mutter und klagt an: Georgi S. hat auch meine Tochter terrorisiert.

Begrapscht und auf den Mund geküsst

Wenn Irene M. über den Menschen spricht, der ihre Tochter sexuell missbraucht haben soll, dann bleibt sie ruhig und gelassen. Innerlich aber kocht sie vor Wut, wenn sie daran denkt, was am Nachmittag des 24. September 2018 passierte.

Irene erinnert sich: Es ist heiß an diesem Tag in Mülheim. Ihre damals 14-jährige Tochter Joyce ist mit einer Freundin zum Spielplatz im Feldmannpark gegangen, sie wollen sich unterhalten. Dann ein Anruf ihrer Tochter: "Mama, ich habe jetzt gerade die Polizei angerufen." Ein Junge habe sie belästigt, begrapscht und auf den Mund geküsst. Es ist Georgi S. Wie genau sich die Situation abgespielt hat, erzählen Mutter und Tochter im Video. Beide wollen nicht mehr länger schweigen, auf eigenen Wunsch zeigen wir sie deshalb offen.

Das Verfahren wurde eingestellt

Irene zeigt den Peiniger ihrer Tochter an. Doch weil der Bulgare zum Tatzeitpunkt noch nicht 14 Jahre alt ist, wird das Verfahren eingestellt. Seit dem Vorfall ist Joyce ein anderer Mensch. "In den Moment habe ich gar nichts gefühlt, weil ich geschockt war", sagt sie im RTL-Interview. "Aber danach habe ich mich dreckig gefühlt. Warum ausgerechnet meine Freundin und ich?" Ihre Tochter sei nicht mehr das lebenslustige junge Mädchen, das sie mal war, sagt Irene. "Sie hat Angstzustände und Schlafstörungen."

Jetzt, wo Georgi S. in Untersuchungshaft sitzt, hoffen beide, ein wenig zur Ruhe kommen zu können. An die Eltern hat Irene eine Botschaft: "Sprecht mit euren Kindern darüber, was passieren kann. Schaut, was sie machen. Elternarbeit kann sehr viel bewirken."