Mutter filmt jahrelang Missbrauch der eigenen Tochter

Eine Mutter aus Hildesheim soll den Missbrauch der eigenen Tochter gefilmt haben.
Eine Mutter aus Hildesheim soll den Missbrauch der eigenen Tochter gefilmt haben.
© dpa, Peter Steffen

07. Juli 2014 - 19:50 Uhr

Martyrium ab dem fünften Lebensjahr

Eine Mutter aus dem Landkreis Hildesheim in Niedersachsen soll acht Jahre lang gefilmt haben, wie ihr Lebensgefährte ihre kleine Tochter sexuell missbraucht hat. Ab heute muss sich das Paar vor dem Landgericht Hildesheim verantworten. Die 36-Jährige und der 47 Jahre alte Angeklagte sitzen seit Februar wegen schweren sexuellen Missbrauchs in Untersuchungshaft. Die Frau habe ein Geständnis abgelegt, teilte die Staatsanwaltschaft vor dem Prozessbeginn mit. Der Mann berufe sich auf alkoholbedingte Erinnerungslücken.

Das Opfer war zu Beginn der Straftaten erst fünf Jahre alt, die Übergriffe ereigneten sich von 2005 bis 2013. Gegen den Mann war laut Staatsanwaltschaft zunächst wegen des Verdachts auf Besitz von kinderpornografischen Schriften ermittelt worden. Bei einer Durchsuchung habe die Polizei dann auch Datenträger sichergestellt, auf denen der sexuelle Missbrauch des Mädchens zu sehen war. Dem 47-Jährigen wird zudem vorgeworfen, über Internettauschbörsen kinder- und jugendpornografische Schriften erworben und teilweise auch weiterverbreitet zu haben. Auf seinem PC sollen mehr als 3.000 solcher Bild- und Videodateien gefunden worden sein.

Mutter gab Handlungsanweisungen

Nach den bisherigen Ermittlungen machte die Mutter von 2005 bis 2007 in sieben Fällen Aufnahmen davon, wie ihr Lebensgefährte das Mädchen im heimischen Schlafzimmer sexuell missbrauchte. Im Hintergrund sei die Stimme der Frau zu hören, hieß es. Sie habe Handlungsanweisungen gegeben.

Zum Motiv habe die Frau erklärt, sie sei ihrem Lebensgefährten hörig. Zu welchen Zwecken das Paar die Aufnahmen genutzt hat, sei noch unklar, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. In der Wohnung lebten außer dem missbrauchten Mädchen noch drei weitere Kinder. Alle vier befinden sich in der Obhut der Jugendbehörden.