Schwiegermutter wird für Noah zur Hebamme

Mutter entbindet mit Hilfe von Youtube-Video im Auto

Noah und Mutter Lisa-Marie K. geht es gut.
Noah und Mutter Lisa-Marie K. geht es gut.
© Facebook, Carl-Thiem-Klinikum Cottbus

26. Oktober 2020 - 13:49 Uhr

Mutter: "Der Kopf kommt, ich spüre das"

Noah konnte es einfach nicht abwarten. Nicht mal die Fahrt zum Krankenhaus ließ der Säugling zu. Am 16. Oktober kam das Baby im brandenburgischen Cottbus zur Welt. Zwar hatte die Mutter Lisa-Marie den ganzen Tag schon Schmerzen in den Oberschenkeln: "Ich hielt sie aber nicht für Wehen, von meiner ersten Entbindung hatte ich da ganz andere Erfahrungen. Auch mein Bauch ist nicht fest geworden", sagt die 22-jährige Lisa-Marie K. auf der Seite der Carl-Thiem-Klinikums.

Youtube-Anleitung hilft

Stattdessen bringt sie ihren anderthalb Jahre alten erstgeborenen Sohn noch in die Kita und legt sich danach zur Entspannung in die Badewanne. Doch dann beginnen die Presswehen. Mit ihrem Partner und der Schwiegermutter schafft sie es gerade noch zum Auto.

"Ich habe gerufen 'Der Kopf kommt, ich spüre das'. Ich hatte solche Panik, dass ich zur Beruhigung noch ein paar Runden ums Auto gelaufen bin", sagt die Mutter. Kurz darauf platzt Lisa-Maries Fruchtblase, nur eine Pressewehe später ist der Kopf schon zu sehen. Für die Fahrt ins Krankenhaus bleibt keine Zeit. Stattdessen wird die Schwiegermutter zur Hebamme und Lisa-Marie K. gibt Anweisungen.

"Durch Zufall hatte ich zwei Tage zuvor ein YouTube-Video von genau solch einer Geburt gesehen. Deswegen habe ich zu ihr gesagt, dass sie den Kopf jetzt richtig festhalten muss, da er sehr glitschig und instabil ist."

Auch für den Notarzt etwas Besonderes

Eine weitere Wehe später ist der kleine Noah auf der Welt. Als der Rettungsdienst eintrifft, durchtrennt er nur noch die Nabelschnur und wickelt das Baby in eine spezielle Wärmeschutzhülle, da Noah etwas unterkühlt war. Für den Notarzt Dr. Thomas Lembcke ist das etwas ganz Besonderes: "Vielleicht drei bis vier Mal jährlich kommt es in Cottbus und Umgebung zu solch spontanen Entbindungen ohne Hilfe von medizinischem Personal. Aber an eine Entbindung im Auto? Daran kann ich mich nicht erinnern."

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Papa schaut auf die Uhr

Auch für den Noahs Vater eine unglaubliche Situation. Immerhin behielt er die Nerven und schaute rechtzeitig auf die Uhr, um später die Geburtszeit von 9:56 Uhr auf der Geburtsurkunde eintragen zu können. Das Wichtigste: Im Krankenhaus geht es Mutter und Kind gut. Nach drei Tagen im Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus konnten beide wohlbehalten wieder nach Hause.