Sabine sitzt mit ihren Kindern im kurdischen Lager fest

Mutter einer IS-Braut will ihre Tochter und Enkel nach Deutschland holen

04. Dezember 2019 - 17:48 Uhr

Mutter Yuna S.: "Ich will meine Tochter und Enkel zurück"

Das sogenannte Kalifat des Islamischen Staates ist besiegt. Frauen aus Deutschland, die einen IS- Kämpfer geheiratet hatten, sitzen jetzt in syrischen Lagern fest - zum Teil mit ihren Kindern. Ob und wie Deutschland sie zurückholen soll, wird derzeit diskutiert, weil nicht klar ist, ob sie an Straftaten beteiligt waren. Für die Familien der Frauen hierzulande ist das eine schwierige Situation. RTL-Reporter Lothar Keller und Kathrin Gräbener haben mit der Mutter einer dieser IS-Frauen gesprochen. Was sie zu sagen hat, im Video.

IS-Braut lebt seit fünf Jahren in Syrien

Yuna S. hat ihre Tochter Sabine seit fünf Jahren nicht mehr gesehen, ihre drei Enkelkinder noch nie kennengelernt. Obwohl der älteste bereits vier Jahre alt ist. Sabine S. hat Deutschland 2014 verlassen und sich mit ihrem deutsch-türkischen Ehemann dem sogenannten Islamischen Staat angeschlossen. Seitdem lebt sie in Syrien und hat dort drei Kinder zur Welt gebracht. Vor eineinhalb Jahren wurde sie verhaftet. Sie werden zurzeit in einem kurdischen Gefangenenlager festgehalten.

RTL hat mit Sabine im vergangen Jahr in Syrien gesprochen und die Aufnahme ihrer Familie in Deutschland gezeigt. Mutter Yuna würde sie am liebsten sofort zu sich und in Sicherheit holen. "Ich will meine Tochter und Enkel zurück", sagt sie.

Kinder kennen nur ein Leben in Leid und Elend

Die drei Kinder sind Deutsche, haben ihr Heimatland aber noch nie gesehen. Sie kennen nur ein Leben in Leid und Elend. "Es ist schwer für die Kinder. Es ist kein guter Ort für sie. Wir sind umgeben von Sand, Schlamm und Dreck", sagt Sabine damals im Interview. Wenn die junge Mutter Glück hat, darf sie einmal pro Woche ein paar kurze Nachrichten per WhatsApp an ihre Mutter schicken.

Yuta will ihrer Tochter helfen und hat sich mit anderen Müttern von deutschen IS-Mitgliedern zusammengeschlossen. Sie alle hoffen, dass die deutsche Regierung ihre Mitbürger zurückholt. Doch das Problem dabei: Deutschland braucht zuerst klare Beweise über die Taten der IS-Mitglieder, sonst kämen potenzielle Terroristen hier sofort auf freien Fuß. Das teilte Bundesaußenminister Heiko Maas mit.  

"Sie müssen auch bisschen Mitleid haben, weil sie sind Menschen und keine Terroristen. Sie haben niemals getötet, die Frauen und Kinder", sagt Yuna.

Rund 270 Männer, Frauen und Kinder befinden sich noch dort

1.050 Personen sind in den letzten Jahren aus Deutschland in die Kriegsgebiete Irak und Syrien ausgereist. Ein Drittel ist schon wieder hier, 200 wurden getötet, andere sind untergetaucht. Aber es sind noch geschätzt 270 Männer, Frauen und Kinder mit deutschem Pass dort. Von einigen sind die Lebensläufe bekannt. Der Bundesnachrichtendienst verhörte sie, es gibt Geständnisse, Zeugenaussagen und auch Haftbefehle.

mo