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Mutter des Attentäters saß weinend vor Anwalt: "Was habe ich falsch gemacht? Ich habe ihn so nicht erzogen"

„Was habe ich falsch gemacht? Ich habe ihn so nicht erzogen!“

Mutter saß weinend vor Anwalt des Attentäters von Wien

Nikolaus Rast, ehemaliger Anwalt des Täters von Wien
Nikolaus Rast, ehemaliger Anwalt des Täters von Wien
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Ehemaliger Anwalt hatte Mitgefühl mit der Mutter von Kujtim F.

Nikolaus Rast, der ehemalige Anwalt des Wiener Attentäters Kujtim F. kam zu seinem Mandanten überhaupt nur, weil dessen Mutter weinend vor ihm saß. „Was habe ich falsch gemacht, ich habe ihn so nicht erzogen“, soll die Mutter dem Anwalt geklagt haben. Da habe er mitgefühlt, eigentlich vertrete er solche Menschen nicht vor Gericht, sie Nikolaus Rast im RTL-Interview. Kujtim F. habe er als jungen Mann kennen gelernt, der „seinen Platz im Leben gesucht hat, der nicht wusste, wohin.“

Die Familie des Attentäters von Wien sei vollkommen westlich gewesen, die Mutter eine selbständige Frau. Das Gedankengut ihres Sohnes der Familie vollkommen fremd.

Aus heutiger Sicht war Haftentlassung ein klarer Fehler

Kujtim F. hatte in der Vergangenheit nach Syrien ausreisen wollen, um sich dort dem Islamischen Staat, einer Terrormiliz, anzuschließen. Das gelang ihm nicht und er wurde am 25. April 2019 wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu 22 Monaten Haft verurteilt.

Die vorzeitige Haftentlassung sei gesetzeskonform gewesen, so Rast zu RTL. Der Justiz sei kein Vorwurf zu machen, ein Deradikalisierungsprogramm habe er absolviert, aber: „Warum hat man ihn danach nicht auf dem Radar behalten?“ Nach Akteneinsicht sei Kujtim F. in einer Moschee radikalisiert worden. „Er wurde zu einem falschen Menschen geformt.“

Aus heutiger Sicht sei die vorzeitige Haftentlassung ein klarer Fehler.

Düstere Prognose des Anwalts

Und Nikolaus Rast schaut pessimistisch in die Zukunft: „Ich befürchte, dass es mehr solcher Paradeopfer geben wird. Labile Menschen, die keinen Beruf haben, die nicht wissen wohin, denen im Leben ein Sinn fehlt. Und wenn ihnen jemand einen Weg verspricht, ist ein solcher Mensch verführbar.“