Mutter bot Tochter (16) im Internet als Prostituierte an: Vier Jahre Haft

14. Februar 2017 - 17:31 Uhr

Agiert wie ein Zuhälter

Was auch immer ihre Beweggründe gewesen sein mögen, was auch immer eine Mutter dazu bewogen hat, ihre damals erst 16-Jahre alte Tochter als Prostituierte, als Ware im Internet anzubieten: Man kann nicht davon ausgehen, dass es ehrenwerte Motive waren, oder dass dies zum Wohle des jungen Mädchens war. Am Ende muss das Gericht die Straftat verurteilen. Herausgekommen sind vier Jahre Haft für eine Frau, die das Urvertrauen eines Kindes in seine Mutter schamlos zerstört hat.

Die 37-Jährige agierte wie ein Zuhälter, organisierte die Termine, handelte aus, was ihr der Körper ihrer Tochter finanziell wert ist, und steckte das Geld für den käuflichen Sex selbst ein. Ihrer Tochter soll sie mit dem Rauswurf aus dem gemeinsamen Zuhause gedroht haben, sollte sie sich weigern, weiter Kunden zum Geschlechtsverkehr zur Verfügung zu stehen.

Das Landgericht im niedersächsischen Hildesheim verurteilte die Angeklagte darüber hinaus wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in zwei Fällen. Denn laut Staatsanwaltschaft war sie dabei, als sich ihr Freund zwischen 2012 und Juli 2013 an der 16-Jährigen und auch an der jüngeren, damals elfjährigen Tochter seiner Freundin verging. Der mitangeklagte Freund erhielt eine Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten wegen schweren sexuellen Missbrauchs in drei Fällen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten für die Frau und von fünf Jahren für den Mann gefordert. Der 40-Jährige hatte die Taten im Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestritten. Die Mutter hingegen hatte gestanden.