Mikropumpe rettet Franziska Bleis das Leben

Mutter (37) nach Erkältung plötzlich in Lebensgefahr - wegen Herzmuskelentzündung

Franziska Bleis landete nach einer verschleppten Erkältung plötzlich auf der Intensivstation.
© Maier/DHZB

19. Februar 2020 - 10:12 Uhr

Lebensgefahr durch verschleppte Erkältung

Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Eine Erkältung dauert ungefähr eine Woche, dann klingen die Symptome wieder ab. Wird sie verschleppt, können lebensbedrohliche Erkrankungen entstehen, wie bei Franziska Bleis.

Innerhalb von Stunden schwebt Franziska Bleis in Lebensgefahr

Franziska Bleis steht mit beiden Beinen im Leben: Die 37-Jährige aus Teltow ist Mutter einer achtjährigen Tochter und Personalleiterin in einer großen kardiologischen Praxis. Als sie Anfang Dezember vergangenen Jahres erste Probleme beim Atmen bekommt, bringt sie diese mit einer Erkältung in Verbindung. Genauso sieht das auch ihr Hausarzt, den sie aufsucht. Doch die Dinge stehen anders.

Die Atembeschwerden der jungen Frau verschlimmern sich, und sie wird in ein Krankenhaus in Berlin gebracht. Dort wird schnell klar: Franziska Bleis hat eine Herzmuskelentzündung. Innerhalb weniger Stunden verschlechtert sich ihr Zustand. Ihr Leben ist in Gefahr. Die Ärzte müssen handeln und entscheiden, durch die Leistenarterie der Patientin eine Minipumpe bis zum Herzen zu schieben. Das schlauchförmige Gerät unterstützt das erkrankte Herz, wird aber normalerweise nur zur stundenweisen Überbrückung im Notfall eingesetzt.

Schwere Entscheidung im Herzzentrum

Durch den Eingriff stabilisiert sich der Zustand der jungen Frau wieder. Doch ihr Herz ist noch längst nicht gerettet. Die Ärzte entscheiden deshalb, sie ins Deutsche Herzzentrum Berlin zu verlegen. Dort sind die Mediziner der Überzeugung, dass sich das Herz der sonst kerngesunden Frau wieder vollständig erholen kann. Sie setzen auf das Notfall-System, das den Namen Impella trägt und eigentlich nur für wenige Stunden zugelassen ist. Allerdings implantieren sie es nun neu über die Arterie an der Achsel der Patientin. Das hat den Vorteil, dass Franziska später damit aufstehen kann.

Langsame Erholung auf der Intensivstation

Franziska Bleis mit ihren Ärzten im Deutschen Herzzentrum Berlin
Die Ärzte im Deutschen Herzzentrum Berlin retteten Franziska Bleis mit einer Mikropumpe das Leben
© Maier/DHZB

Die junge Frau bleibt auf der Intensivstation des Herzzentrums. Dort helfen Impella-Pumpe und Medikamente ihrem angeschlagenen Herzen beim Gesundwerden. Franziska erholt sich langsam wieder. Auch die Tests zeigen, dass sich die Entzündung aus dem Herzmuskel zurückzieht. Anfang Februar kann die 37-Jährige wieder langsam über die Station laufen. Die Pumpe ist auf einem Rollständer immer noch dabei.

Wegen der deutlichen Verbesserung des Zustandes entscheiden sich die Ärzte im Herzzentrum, die Schlauchpumpe am 4. Februar wieder aus Franziskas Herzen zu ziehen. Die Ärzte haben durch ihren Mut bewiesen, dass die Impella-Pumpe bei manchen Patienten nicht nur im Notfall Leben rettet, sondern diese auch vor einer risikoreichen Operation am offenen Herzen oder einer Organtransplantation bewahren kann.

Genug Zeit zum Auskurieren nehmen

Franziska wird Mitte Februar aus dem Herzzentrum entlassen. Die junge Frau ist sich bewusst, dass ihre Erkrankung noch nicht vollständig überwunden ist. Sie wird sich auch weiterhin schonen müssen. Zudem ist es wichtig, dass sie ihren Gesundheitszustand regelmäßig kontrollieren lässt.

Eine Erkältung nicht auszukurieren, kann nicht nur, wie bei Franziska, zu einer lebensbedrohlichen Herzmuskelentzündung führen, sondern auch zu Entzündungen der Lungen, der Nasennebenhöhlen und der Hirnhaut. Zudem könnte ein nicht auskuriert Erkältung eine  Bronchitis verursachen. Wer erkältet ist, sollte deshalb darauf achten, sich zu schonen. Nur, wer sich genug Ruhe gönnt, gibt seinem Immunsystem die Chance, die Krankmacher gezielt zu bekämpfen. Wenn die Symptome nach sieben bis zehn Tagen dennoch nicht abklingen oder sich der Allgemeinzustand sogar verschlechtert, sollte man dringend einen Arzt aufsuchen.