Mord an Susanna (†14): So hat RTL-Korrespondentin Kavita Sharma vor der Auslieferung Ali Bashar erlebt

12. Juni 2018 - 18:53 Uhr

Heute wird Ali Bashar noch dem Haftrichter vorgeführt

Seine Flucht vor der deutschen Justiz dauerte gerade einmal eine Woche. Ali Bashar, der mutmaßliche Mörder der 14-jährigen Susanna, ist zurück in Deutschland. Noch in der Nacht hat die Polizei in Wiesbaden den 20-Jährigen vernommen. Im Verlauf des Tages soll er dem Haftrichter vorgeführt werden.

Nächtliche Verhörung im Polizeipräsidium Wiesbaden

Ali Bashar
Ali Bashar wurde die ganze Nacht in Wiesbaden verhört..
© RTL, rtli, Cord Eickhoff

Bundespolizisten hatten ihn gestern an Bord einer Lufthansa-Maschine aus der nordirakischen Stadt Erbil zurück nach Deutschland gebracht. RTL-Korrespondentin Kavita Sharma saß mit ihm im Flugzeug und berichtet, wie sie den 20-Jähigen erlebt hat. Er habe sehr angespannt und nervös gewirkt. Das ganze Interview mit unserer Korrespondentin sehen Sie oben im Video!

Irakische Polizei: Ali Bashar hat die Tat gestanden

Bashar soll die 14 Jahre alte Susanna erst vergewaltigt und dann ermordet haben. Im Irak hat er die Tat gestanden, sagt die dortige Polizei. "Er hat zugegeben, dass er ein unter 16-jähriges deutsches Mädchen umgebracht hat. Er sagte, er habe dem Mädchen auf einem Kurztrip Drogen und Alkohol gegeben", so Tariq Ahmed, Polizeidirektor der irakischen Stadt Duhok. "Dann hatten sie einen Streit. Das Mädchen wollte die Polizei rufen. Das war der Grund, warum er sie umgebracht hat."

Angela Merkel: "Wir leiden mit der Familie"

Inzwischen hat sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zu der Tat geäußert. Am Rande des G7-Gipfels lobte sie die Zusammenarbeit der deutschen und kurdischen Sicherheitsbehörden: "Allerdings ist ein solches abscheuliches Vorkommnis natürlich für viele Menschen ein Grund auch sehr sorgenvoll zu sein und wir leiden mit der Familie."

Der Fall hat eine heftige politische Debatte ausgelöst. Viele Menschen sind empört darüber, dass sich Bashar - ein abgelehnter Asylbewerber und zudem als gewalttätig polizeibekannt - noch in Deutschland aufhalten durfte. Der Asylantrag des verdächtigen Irakers war bereits Ende 2016 abgelehnt worden, er hatte aber Rechtsmittel dagegen eingelegt, so dass eine Abschiebung damit gestoppt war.