Mutmaßlicher Mörder von Lea Sofie spricht zum ersten Mal

Patrik L.,Lea Sofies mutmaßlicher Mörder, äußert sich erstmals öffentlich zu der Tat: "Es tut mir leid."
Patrik L.,Lea Sofies mutmaßlicher Mörder, äußert sich erstmals öffentlich zu der Tat: "Es tut mir leid."
© dpa, Oliver Berg

31. Mai 2013 - 16:01 Uhr

Lea Sofies Überlebenschance lag bei über 80 Prozent

Der Tod der kleinen Lea Sofie (2) erschütterte. Jetzt hat sich Patrik L. (23), der mutmaßliche Mörder, erstmals zu der Tat geäußert. "Es tut mir leid, was ich gemacht habe. Ich würde mir wünschen, dass ich die Zeit zurückdrehen könnte. Ich werde dafür geradestehen, was ich gemacht habe", sagte er laut 'Express' zur Richterin. Das Urteil soll am 24. Mai gesprochen werden.

Die Staatsanwaltschaft hat in ihrem Plädoyer eine lebenslange Haftstrafe für Patrik L. gefordert. Die Mutter Franziska M. (20) soll demnach für sieben Jahre und sechs Monate hinter Gitter. Ihr wird Totschlag durch Unterlassen vorgeworfen. "Sie hat ihr eigenes Kind elendig zu Grunde gehen lassen und es dann wie Abfall weggeschmissen", sagte die Staatsanwältin Simone Laumen.

Zum Prozess wurden erschütternde Details bekannt. Laut Anklage ging Patrik L. ungezügelt brutal gegen die kleine Lea Sofie vor, schlug sie mit der Faust ins Gesicht, zerrte sie an ihren Haaren hoch, sodass sich "die Kopfschwarte von der Schädeldecke des Mädchens ablöste". Das Kind schlug auf den Boden oder gegen die Wand auf, starb später an den Folgen massiver, "stumpfer Gewalt".

Sie lebten weiter, als sei nichts geschehen

Als die Mutter nach Hause kam, holte sie für das blutende Kind, das die Augen verdrehte und sich mehrfach übergeben musste, noch nicht einmal einen Arzt. Lea Sofie kämpfte drei Tage lang in ihrem Bett ums Leben. Deutlich wurde auch: Lea Sofie hatte eine Überlebenschance von mehr als 80 Prozent – wenn sie Hilfe bekommen hätte.

Dass Franziska M. und Patrik L. ihr Leben weiterlebten, als sei nichts gewesen, lässt die Tat besonders grausam erscheinen. Am Tag vor Lea Sofies Tod verbrachte Patrik L. den Nachmittag bei Freunden, während Franziska M. mit ihrer Tochter in der Wohnung war. Sie schrieb ihm per SMS: "Schatz, wann möchtest Du essen? Der BVB hat heute 103. Geburtstag." Dann schrieb sie ihrem Liebhaber: "Ich möchte Dich für immer!"