Mutmaßlicher Kindesentführer gefasst: Aufmerksamer Bademeister wurde ihm zum Verhängnis

31. Mai 2017 - 11:33 Uhr

Vor fünf Jahren versuchte er, ein Mädchen zu entführen

Dank eines aufmerksamen Bademeisters in Witten (Nordrhein-Westfalen) wurde ein 34-Jähriger festgenommen, der ein Mädchen im Schwimmbad begrapscht hatte. Als die Polizei seine Fingerabdrücke überprüfte, kam heraus, dass er vor fünf Jahren versuchte, eine Neujährige zu entführen. Der Verdächtige soll laut 'Bild'-Zeitung gerade eine Ausbildung zum Kinderkrankenpfleger machen.

Die Angestellten eines Freizeitbads beobachteten, wie der Mann ein Kind unsittlich berührte und verständigten sofort die Polizei, wie die 'Westdeutsche Allgemeine Zeitung' berichtete. Dann hielten die Bademeister den 34-Jährigen so lange fest, bis die Polizei eintraf. Der Vorfall ereignete sich bereits Anfang Mai. Durch das beherzte Eingreifen verhinderte das Schwimmbadpersonal vermutlich Schlimmeres, denn bei den Ermittlungen stieß die Polizei dann auf eine überraschende Entdeckung.

Seine Fingerabdrücke waren in der Datenbank

Die Fingerabdrücke des Mannes waren bereits in der Polizeidatenbank registriert. Der Verdächtige wurde wegen versuchter Entführung gesucht. Im Oktober 2012 hatte er in der Nähe von Marburg ein neunjähriges Mädchen in sein Auto gezerrt und ihr den Mund mit Klebeband zugeklebt. Als der Mann das Auto startete, gelang dem Kind glücklicherweise die Flucht. Auf dem Klebeband fanden die Ermittler damals Fingerabdrücke. Bis heute wussten sie jedoch nicht, zu wem diese gehörten. Denn der 34-Jährige war der Polizei zuvor nie aufgefallen.

Durch den Vorfall im Schwimmbad kann der Fall nun möglicherweise aufgeklärt werden. Der Entführer hatte damals einen grauen oder silberfarbenen Opel benutzt. Recherchen der Polizei ergaben, dass 2012 tatsächlich ein grauer Opel auf den Verdächtigen zugelassen war. Der zuständige Richter am Amtsgericht Marburg bestätigte daraufhin den Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Entführer.

Ist der Mann für weitere Taten verantwortlich?

Die eigentlichen Ermittlungen gehen aber jetzt erst richtig los. Die Polizei überprüft nun, ob der Festgenommene auch für weitere Übergriffe auf Kinder verantwortlich ist. Dazu wurden mehrere Wohnungen und Fahrzeuge im Besitz des Verdächtigen durchsucht. Die Polizei untersucht auch, wo er sich in den letzten Jahren aufgehalten hat und welche Reiserouten er benutzte. Die 'Bild'-Zeitung berichtete, dass dem Mann auch ein Fachwerkhaus in Bettinghausen gehört. Im Erdgeschoss seien mehrere Fenster zugemauert. Ob er plante, dort ein Opfer festzuhalten oder ob er dort sogar ein Kind einsperrte, ist unklar. Leichenspürhunde hätten nicht angeschlagen, berichtete die Zeitung.