Mann lockte Zehnjährigen in sein Auto

Mutmaßlicher Entführer von Velbert googelte "Kindesmissbrauch"

Prozess Missbrauchsfall in Velbert
Prozess Missbrauchsfall in Velbert
© dpa, Bernd Thissen, bt kno

07. Oktober 2019 - 11:37 Uhr

Versuchter sexueller Kindesmissbrauch und Freiheitsberaubung

Ein Autounfall rettete offenbar das Leben eines Zehnjährigen. Ende Februar 2019 lockte ein Mann den Jungen in einen angemieteten Wagen. Erst, nachdem der Fahrer in einer Kurve die Kontrolle verlor und eine Böschung runter raste, konnte der Schüler fliehen. Wie die Ermittler herausfanden, hatte sich der mutmaßliche Täter vorher im Internet ausführlich mit dem Entführen, Missbrauchen und Ermorden von Kindern beschäftigt. Ab Freitag muss er sich in Wuppertal wegen versuchten sexuellen Kindesmissbrauchs und Freiheitsberaubung vor Gericht verantworten.

Angeblich wollte er den Jungen nur zur Schule fahren

Es war ein Freitag im Februar. Der Zehnjährige war auf dem Weg zur Schule. Zwischen 7.30 Uhr und 7.45 Uhr gelang es dem Täter dann wohl, den Jungen in sein Auto zu locken. Es war nicht sein eigenes. Er hatte den Wagen extra an diesem Morgen angemietet. Wie er selbst behauptete, habe er den Jungen zur Schule fahren wollen. Der Täter sagte, er hätte selbst dorthin gemusst, weil er ein Praktikum absolvieren wollte.

Unfallspuren an Leihwagen

Als er mit dem Wagen in einer Kurve von der Straße abkam und in eine Böschung rutschte, soll er den Zehnjährigen laufen lassen haben. Vor Ort fanden die Ermittler passende Unfallspuren. Ein Werkstattbesitzer gab den entscheidenden Hinweis auf den Mann, der den schwarzen Kleinwagen bei ihm geliehen hatte. Auch die Unfallspuren an dem Auto waren laut Polizei entsprechend.

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Als der Mann aggressiv wurde, soll das Kind ins Auto gestiegen sein

In der Anklage heißt es, dass das Kind zunächst abgelehnt habe, zu dem Unbekannten ins Auto zu steigen. Erst als dieser aggressiv geworden sei, habe er den Jungen auf seinem Tretroller so eingeschüchtert, dass er zugestiegen sei.

Dann sei er in das nahe gelegene Wodantal gefahren. Bevor er dort in einen kleinen Waldweg einbiegen konnte, sei er bei einem Wendemanöver von der Straße abgekommen. Der Junge sei ausgestiegen, habe begonnen zu weinen und seinen Roller zurückgefordert. Daraufhin habe der Angeklagte seinen Plan aufgegeben und das Kind ziehen lassen. Das Wuppertaler Landgericht hat für den Fall sechs Verhandlungstage angesetzt.