Mutmaßlichem Lübcke-Mörder droht weitere Anklage

Stephan E. soll irakischen Flüchtling niedergestochen haben

Der mutmaßliche Lübcke-Mörder soll auch wegen eines anderen Messerangriffs angeklagt werden. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild
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25. März 2020 - 17:21 Uhr

Mutmaßliche Tatwaffe wurde bei Stephan E. gefunden

Stephan E., der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, muss sich voraussichtlich wegen einer zweiten rechtsextremistisch motivierten Bluttat vor Gericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft will Stephan E. auch wegen einer Messerattacke auf einen irakischen Asylbewerber 2016 anklagen. Ein bei E. sichergestelltes Messer wurde nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur als mutmaßliche Tatwaffe identifiziert. NDR, "Zeit Online" und "Der Spiegel" hatten zuerst darüber berichtet.

Unbekannter stach 2016 bei Kassel einen irakischen Flüchtling nieder

Der 46-Jährige soll den hessischen CDU-Politiker Lübcke Anfang Juni 2019 auf dessen Terrasse erschossen haben, weil dieser für die Aufnahme von Flüchtlingen eintrat. Seit September ermittelt die Bundesanwaltschaft auch zu einem ungeklärten Angriff auf einen jungen Iraker in der Nähe. Ein Unbekannter hatte dem Mann am 6. Januar 2016 in Lohfelden bei Kassel von hinten ein Messer in den Rücken gestochen. Der Iraker musste auf die Intensivstation.

Kriminaltechniker sollen Spuren des Opfers auf Stephan E.s Messer gefunden haben

Wie die dpa erfuhr, wurde das Messer schon im vergangenen Sommer bei E. sichergestellt. Erst vor kurzem jedoch hätten die Kriminaltechniker bei ihren Untersuchungen Spuren gefunden, die von dem irakischen Opfer stammen sollen. E., der in der Nähe von Lohfelden wohnte, war nach dem Angriff befragt, aber formell nie als Beschuldigter geführt worden. Der Iraker lebte in der Unterkunft, für deren Einrichtung sich Lübcke stark gemacht hatte.

Stephan E. streitet Angriff auf Iraker ab

E. soll sich jetzt auch wegen versuchten Mordes und Körperverletzung vor Gericht verantworten. Hauptanklagepunkt ist der Mord an Lübcke. Die Anklage ist so gut wie fertig. Verteidiger Frank Hannig sagte "Zeit Online" und dem NDR, sein Mandant verwahre sich gegen den neuen Vorwurf. Die Behörden versuchten, ihm "jede ungelöste Straftat in Kassel der letzten Jahre in die Schuhe zu schieben".