Mutmaßliche IS-Anhängerin nach Deutschland abgeschoben

Beamte der Bundespolizei führen an einem Gate am Flughafen eine Einreisekontrolle durch. Foto: Boris Roessler/Archiv
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17. Januar 2020 - 23:00 Uhr

Eine mutmaßliche Anhängerin der Terrormiliz IS ist von der Türkei nach Deutschland abgeschoben und am Freitagabend bei der Ankunft auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen worden. Das sagte ein Sprecher der Bundespolizei auf Nachfrage. Die 29 Jahre alte Frau aus Rheinland-Pfalz traf nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mit einem fünfjährigen Jungen und zwei Mädchen im Alter von zwei Jahren an Bord einer deutschen Maschine aus Istanbul ein. Gegen sie lag den Angaben zufolge ein Haftbefehl wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor. Mitarbeiter des Jugendamtes nahmen die Kinder in Obhut.

Das türkische Innenministerium hatte zuvor über die Abschiebung von vier "Terroristenkämpfern" mit deutscher Staatsbürgerschaft getwittert. Nähere Auskünfte zu konkreten Vorwürfen gab das Ministerium nicht.

Erst Mittwoch hatte die Türkei eine als "ausländische
Terroristenkämpferin" eingestufte Frau aus Norderstedt nach
Deutschland abgeschoben. Sie landete auf dem Hamburger Flughafen. In dem Flieger aus Istanbul saßen nach dpa-Informationen auch ihre beiden Söhne im Alter von zwei und vier Jahren. Auch ihr wurde die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zur Last gelegt.

Zuvor waren im November und im Dezember zwei mutmaßliche IS-Unterstützerinnen mit insgesamt sieben Kindern nach ihrer Abschiebung aus der Türkei in Frankfurt gelandet. Eine von ihnen soll Teil eines sogenannten "Schwesternnetzwerks" radikalisierter Frauen gewesen sein, das weitere Frauen für den IS gewonnen und in die Aktivitäten der Miliz eingegliedert hat.

Quelle: DPA