Landgericht Duisburg verhandelt Fall aus Mülheim an der Ruhr

Angeklagte bestreiten Gruppenvergewaltigung, schweigen aber zu Prozessbeginn

08. Januar 2020 - 10:49 Uhr

Polizei zur mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung: "Es war Gewalt im Spiel, massive Gewalt"

Es ist ein entsetzliches Verbrechen, das bundesweit Schlagzeilen machte: Drei Teenager (14) und zwei Kinder sollen in Mülheim an der Ruhr eine 18-Jährige vergewaltigt haben. Jetzt stehen die drei Jugendlichen, alle bulgarische Staatsbürger, vor dem Duisburger Landgericht. Die beiden zur Tatzeit Zwölfjährigen können nicht angeklagt werden. Sie gelten als strafunmündig. Ihre Verfahren sind eingestellt worden.

Fall aus Mülheim an der Ruhr: Ermittler sprachen von "schwerem Sexualdelikt"

07.01.2020, Nordrhein-Westfalen, Duisburg: Einer der bei der Vergewaltigung einer jungen Frau mutmaßlich beteiligten Jugendlichen (r) sitzt mit einer Kapuze über dem Kopf im Gerichtssaal neben Marc Decker, seinem Anwalt. Fünf Jugendliche sollen in Mü
Einer der bei der Vergewaltigung einer jungen Frau mutmaßlich beteiligten Jugendlichen (r) neben seinem Anwalt Marc Decker.
© dpa, Marcel Kusch, mku lop

Angeblich wurde das Geschehen gefilmt, die Aufnahmen sollen vor Gericht gezeigt werden, so Anwalt Marc Decker, der einen der Jugendlichen verteidigt.

Die Angeklagten bestreiten das Verbrechen, so Decker. "Mein Mandant sieht das so, dass es zu einvernehmlichem Geschlechtsverkehr gekommen ist. Er ist schockiert, dass es eine Anklage und ein Verfahren gibt."

Diese Behauptung des Teenagers steht im Widerspruch zu der Äußerung eines Polizeisprechers, der gesagt hatte: "Es war Gewalt im Spiel, massive Gewalt."

Die Angeklagten selbst schwiegen zum Prozessauftakt, wollten keine Angaben zu den Vorwürfen machen, so Decker.

Einer der Angeklagten soll die Frau schon einmal vergewaltigt haben

Blick auf das Amts- und Landgericht in Duisburg
Blick auf das Amts- und Landgericht in Duisburg. Foto: Roland Weihrauch/Archivbild
© deutsche presse agentur

Die Tat soll am späten Abend des 5. Juli 2019 in der Nähe eines Spielplatzes begangen worden sein. Dort haben die Verdächtigen laut Anklage "gewaltsam den Geschlechtsverkehr mit der Frau erzwungen". Ermittler sprachen von einem "schweren Sexualdelikt".

Die Staatsanwaltschaft wirft den angeklagten Jugendlichen gemeinschaftliche Vergewaltigung vor. Demnach bestellte einer der drei das damals 18 Jahre alte Opfer zu einem Treffpunkt. Von dort aus soll die junge Frau in das Waldstück geführt worden sein, wo die Tat stattgefunden haben soll. Einer der drei Jugendlichen soll die Frau davor schon einmal vergewaltigt haben. Der heute 15-Jährige sitzt in Untersuchungshaft.

Die Stadt Mülheim scheiterte mehrfach damit, die Familie des mutmaßlichen Haupttäters nach Bulgarien auszuweisen. Das Landgericht Duisburg hat bislang zehn Prozesstage angesetzt. Am 5. März soll das Urteil gesprochen werden.