Mutiger Augenzeuge verfolgt Lkw-Fahrer und führt Polizei zu ihm

Auf dem Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz ist ein Lkw in die Besuchermasse gerast, zwölf Menschen werden getötet.
© imago/Christian Ditsch, imago stock&people

20. Dezember 2016 - 10:00 Uhr

"Mit Hilfe dieses Zeugen war es uns möglich, den Verdächtigen zu fassen"

Nachdem ein Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz in die Menschenmenge  fuhr, alarmierten Augenzeugen die Polizei. Sie berichteten auch, dass der Fahrer des tonnenschweren Lasters aus der Fahrerkabine sprang und versuchte, zu flüchten. Ein Augenzeuge reagierte mutig: Er verfolgte den mutmaßlichen Täter und verhalf der Polizei so zu seiner Festnahme.

Der Lkw sei wahrscheinlich vom Bahnhof Zoo Richtung Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gefahren und sei über den Bürgersteig in eine Gasse zwischen den Buden gefahren. "In diesem Weg passt ein Lkw hindurch, weil er als Rettungsgasse für Feuerwehr und Notarzt vorgeschrieben ist", sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf. "Viel Platz war aber nicht an den Seiten neben dem Lkw. Kaum Platz für die Menschen auszuweichen."

Zwölf Menschen starben, 50 wurden verletzt. Nach 50 bis 80 Metern kam der Lastwagen zum Stehen. Der Fahrer sprang aus dem Lkw und floh in der Dunkelheit Richtung Tiergarten. "Womöglich wollte er in der Dunkelheit Schutz suchen", erklärte Polizeisprecher Winfrid Wenzel. Doch ein Augenzeuge verfolgte ihn aus sicherem Abstand und hielt die Polizei telefonisch über seinen Aufenthalt auf dem Laufenden. So konnte der mutmaßliche Täter nach zwei Kilometern von einer Polizeistreife an der Siegessäule festgenommen werden.

"Mit Hilfe dieses Zeugen war es uns möglich, den Verdächtigen zu fassen", erklärte Wenzel. "Diese Zivilcourage kann uns heute etwas Mut machen", so Wenzel. Den Namen des Augenzeuges gibt die Berliner Polizei nicht bekannt, weil sie vermutet, dass er anonym bleiben möchte.