Museum bekommt von Nazis beschlagnahmtes Bild zurück

14. Januar 2020 - 17:10 Uhr

Das Museum der bildenden Künste Leipzig (MdbK) bekommt ein 1937 von den Nazis als "entartet" beschlagnahmtes Stillleben des Malers Oskar Moll (1875-1947) wieder. Das Werk wurde im Zuge der Provenienzrecherche eindeutig in der Kunstsammlung des Pharmakonzerns Bayer AG (Leverkusen) identifiziert, wie das Museum am Dienstag mitteilte. Das Unternehmen habe es 1951 gutgläubig und rechtmäßig erworben. Es gibt das Stillleben nun als Schenkung zurück. Die Übergabe findet am nächsten Dienstag statt.

Das Museum hatte das 1916 geschaffene "Stillleben mit Mohn und schwarzer Kanne" 1920 erworben. Moll war damals Professor an der Breslauer Kunstakademie und wechselte nach deren Schließung 1932 nach Düsseldorf, wo er von den Nazis 1934 entlassen wurde. Sein Bild war laut MdbK unter den rund 400 Kunstwerken der Moderne, die von den Nazis "verwertet" wurden. Über den Nachlass eines der dazu autorisierten Kunsthändler kam es in den Kunsthandel und dann in die Kulturabteilung der Farbenfabriken Bayer Leverkusen.

Das Bild gehöre wieder in das Leipziger Museum, das sich schon während der Weimarer Republik für die Moderne einsetzte, erklärte Bayer. Die Rückgabe, "proaktiv und unbürokratisch", sei daher selbstverständlich. Im besten Falle werde das Werk "zu einem Beispiel für ein neues Verständnis von gesellschaftlicher und kultureller Verantwortung im 21. Jahrhundert".

Quelle: DPA