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Multimillionär 'erntet' Nashörner: Der richtige Weg im Kampf gegen Wilderer?

Multimillionär 'erntet' Nashörner: Der richtige Weg im Kampf gegen Wilderer?

RTL-Reporterin Nicole Macheroux-Denault berichtet aus Südafrika

In Südafrika wurden allein in diesem Jahr fast 600 Nashörner getötet. Ihr Horn gilt vor allem in Asien als Potenz steigernd, bringt viel Geld ein. Wie kann man so etwas verhindern? Das fragen sich Tierschützer seit Jahren. RTL-Afrika-Korrespondentin Nicole Macheroux-Denault hat einen Mann getroffen, der eine einfache, wenn auch umstrittene Antwort hat.

RTL-Reporterin Nicole Macheroux-Denault berichtet aus Südafrika
Eines von John Humes Nashörnern: Das Horn wächst nach.

John Hume züchtet Nashörner, was nur in Südafrika überhaupt erlaubt ist. 915 Nashörner besitzt der 71-Jährige - mehr als jeder andere Privatmann auf der Welt. Der afrikanische Farmer schneidet seinen Tieren regelmäßig die Hörner ab – unter Narkose, eine Methode, die viele Privatbesitzer von Nashörnern in Südafrika zum Schutz ihrer Tiere vor Wilderern heutzutage einsetzen. Was aber immer noch weitestgehend unbekannt ist: Nashorn wächst nach - es lässt sich also regelrecht ernten!

Nashorn-Zucht ist in Südafrika erlaubt, Handel mit Hörnern verboten

Nashorn-Zucht ist in Südafrika erlaubt, Handel mit Hörnern verboten
Nashorn-Züchter John Hume sprach mit RTL-Reporterin Nicole Macheroux-Denault.

Die strengen Regierungsauflagen für die Nashornernte machen Hume zu schaffen - denn verkaufen darf er es nicht. Der Multimillionär finanziert sein Nashorn-Projekt aus Erlösen seiner Immobiliengeschäfte. Würde der Handel mit Nashorn erlaubt, wäre Hume nicht nur reicher, sondern - so glaubt er - auch das Wilderer-Problem gelöst. Wäre mit Nashornzucht Geld zu verdienen, würden auch andere in deren Zucht einsteigen, so der 71-Jährige.

Für internationale Tierschützer klingt dies nach unmoralischer Geschäftemacherei und einem Plan, der die Nachfrage nach Nashorn nur weiter in die Höhe treiben könnte. Und nach eingesperrten Nashörnern.