Mütter von Sternenkindern: So geben sie sich gegenseitig Kraft

15. Januar 2018 - 14:23 Uhr

Fehlgeburten sind immer noch ein Tabuthema

Es gibt Dinge, über die niemand gerne spricht. Fehlgeburten gehören dazu. Bei vielen Eltern kommen Jahre später die Erinnerungen an das traumatische Erlebnis wieder hoch. Und scheinbar machen viele Frauen das Geschehene vor allem mit sich selbst aus. Freunde und Familie schweigen oft bei diesem Thema.

Dass aber nur reden hilft, wissen die Mütter von Sternenkindern. Sie teilen ihre Gefühle miteinander.

Was sind Sternenkinder?

Nicht jede Schwangerschaft endet mit der Geburt eines gesunden Kindes. Die heikle Phase einer Schwangerschaft sind die ersten drei Monate. Daher erzählen viele Paare erst nach der zwölften Woche von der Schwangerschaft. Bis zur fünften Woche liegt das Risiko für eine Fehlgeburt noch bei 50 Prozent. Wird die Schwangerschaft ungeplant vor der 24. Schwangerschaftswoche beendet, spricht man von einer Fehlgeburt. Das Kind wiegt dann weniger als 500 Gramm. Wenn Kinder mit mehr als 500 Gramm leblos geboren werden, wird das Totgeburt genannt.

Sternenkinder sind totgeborene Kinder mit einem Geburtsgewicht von unter 500 Gramm. Oftmals umfasst dieser Begriff aber alle Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt sterben. Der Begriff kommt von der Vorstellung, dass die Kinder nach ihrem Tod den Himmel (die Sterne) erreichen. Die ursprünglich verwendeten Begriffe der Fehl- oder Totgeburt weichen immer mehr dem des Sternenkindes.​

Reguläre Beerdigung möglich

Nach der Geburt können Eltern die Kinder sehen und für ein paar Tage mit nach Hause nehmen. Sternenkinder können auch mit einem Geburtsgewicht unter 500 Gramm ins Personenstandsregister aufgenommen und dadurch regulär beerdigt werden.

Den Tod des eigenen Kindes möchte kein Elternteil erleben. Bei der Trauerarbeit unterstützen beispielsweise die Klinikseelsorge, der psychosoziale Dienst, Hospizvereine oder Selbsthilfegruppen für trauernde Eltern.