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Auf Mallorca gibt es schon ein Redeverbot im Nahverkehr

Müssen wir in Bus und Bahn bald den Mund halten? Sprechen als Corona-Risiko

Einige deutsche Verkehrsbetreibe empfehlen, in Bus und Bahn auf lautes Sprechen und Telefonieren zu verzichten.
Einige deutsche Verkehrsbetreibe empfehlen, in Bus und Bahn auf lautes Sprechen und Telefonieren zu verzichten.
© dpa, Tobias Hase, tha cul

21. Januar 2021 - 22:44 Uhr

Sprechen setzt Aerosole frei

Auf der Ferieninsel Mallorca gilt es schon: In Bussen und Bahnen herrscht Redeverbot. So soll das Risiko einer Corona-Ansteckung durch beim Sprechen freigesetzte Aerosole reduziert werden. Müssen wir uns in Deutschland bald auf ähnliches einstellen? Ein Telefonat in der Bahn führen oder mit dem Sitznachbarn ein Schwätzchen halten – ist das in der Corona-Pandemie bald in Bus und Bahn nicht mehr möglich?

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MVG-Chef will, dass Münchener aufs Telefonieren verzichten

Der Chef der Münchener Verkehrsgesellschaft (MVG) hat sich nun in einem "Spiegel"-Interview für die Einführung eines Schweigegebots im öffentlichen Nahverkehr ausgesprochen. Und auch die Rhein-Neckar-Verkehrsbetriebe (rnv) sorgen mit einem ähnlichen Vorstoß für Wirbel.

"Beim Sprechen stoßen Menschen viele Aerosole aus, es ist im Hinblick auf eine Übertragung des Coronavirus ähnlich gefährlich wie Husten", sagte MGV-Chef Ingo Wortmann dem "Spiegel". Er wolle zwar kein "Schweigegelübde wie im Kloster", aber er hätte zumindest gerne, dass die Menschen auf lautstarkes Telefonieren in Bussen und Bahnen verzichten. So könnten die Fahrgäste sich zusätzlich schützen, glaubt er.

Eine neue Studie weist sogar darauf hin, dass das Sprechen mit Corona-Infizierten ansteckender sein könnte, als wenn dieser einmal kurz hustet.

Schweigen in öffentlichen Verkehrsmitteln, um Ansteckungsgefahr zu senken

Auch die rnv ruft in sozialen Medien dazu auf, Telefonate und Gespräche im Nahverkehr zu vermeiden. "Wonn ma eh grad mol nix zu sage hot, hilft ach mol wenischer telefoniere in g'schlossene Räum", heißt es von der Verkehrsgesellschaft in Mannheimer Dialekt. Für Zugereiste heißt das laut rnv: "Der Verzicht auf Telefonate in geschlossenen Räumen reduziert die Ansteckungsgefahr durch weniger Aerosole in der Luft."

Auch die rnv wollen kein generelles Redeverbot. Bei der Kampagne handele es sich um einen Appell mit einem Augenzwinkern, erklärte eine Sprecherin. Auch Wortmann erklärte dem "Spiegel" er wolle niemanden gängeln und auch niemandem den Mund verbieten. Er hoffe auf das "Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen".

Gehört Redeverzicht bald zum guten Ton in Bus und Bahn?

So wie es rücksichtsvoll und höflich ist in die Armbeuge zu husten, könnte sich also vielleicht auch bald durchsetzen, in öffentlichen Transportmitteln nur zu sprechen, wenn es unbedingt notwendig ist. Zumindest so manchen Pendler, der morgens noch im Halbschlaf in die Bahn steigt, dürfte das ganz unabhängig von der Corona-Pandemie freuen.

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