Münsterland: Frau wird mit Sperma vom falschen Mann befruchtet - und erhält Schmerzensgeld

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6. April 2018 - 8:26 Uhr

Samenspende bei der künstlichen Befruchtung verwechselt

Es ist eine der größten Ängste von Frauen, die sich künstlich befruchten lassen - dass das Personal das Sperma oder die Embyos vertauscht. Genau das ist nun einer Mutter aus Münsterland passiert: Ärzte befruchteten sie mit dem Sperma des falschen Mannes. Dafür bekommt sie 7.500 Euro Schmerzensgeld, urteilte das Oberlandesgericht in Hamm.

Es fiel auf, dass ihre zwei Kinder unterschiedliche Blutgruppen haben

Die Frau hatte nach zwei künstlichen Befruchtungen 2007 und 2009 eine Tochter und einen Sohn zur Welt gebracht. Mit den Ärzten hatte sie vereinbart, dass das zweite Kind vom selben Samenspender stammen sollte. Später stellte sich heraus, dass die beiden Kinder unterschiedliche Blutgruppen haben und nur Halbgeschwister sind.

Diese Nachricht hat die Mutter so belastet, dass sie nun an Erschöpfungszuständen und depressiven Episoden leidet sowie Schuldgefühle gegenüber ihren beiden Kindern hat. Sie ist in psychologischer Behandlung. Dass die Ärzte die Samenspenden verwechselt hatten, sei eine "taugliche Erklärung", sagte ein Gerichtssprecher zur Begründung des Urteils.

Der Fall im Münsterland ist nicht das erste Mal, dass bei einer künstlichen Befruchtung etwas schief geht. Bei einer Frau in Rom wurden vor vier Jahren die Embryonen von zwei Paaren versehentlich vertauscht und eingepflanzt, wie Sie im Video sehen.

Mit dem Schmerzensgeld soll die körperlich-psychische Belastung der Frau aus dem Münsterland ausgeglichen werden. Die Folgen, die dieser Fehler der Ärzte für die ganze Familie bedeutet, wird das jedoch nicht ungeschehen machen.