Münster: Nach Tod des kleinen Ilyas - Ex-Lebensgefährte der Mutter zu 7 Jahren und 6 Monaten verurteilt

19. Juni 2018 - 21:21 Uhr

Urteil am Landgericht Münster: Gericht von Bashkin B.'s Schuld überzeugt

Der 33-Jährige hat den kleinen Sohn seiner Ex-Freundin so sehr missbraucht, dass dieser wenige Tage später an seinen schweren Kopfverletzungen starb. Obwohl das Motiv von Bashkin B. bis zum Schluss ungeklärt blieb, ist das Gericht von seiner Schuld überzeugt. Das Urteil: 7 Jahre und 6 Monate Freiheitsstrafe für Körperverletzung mit Todesfolge. Der Angeklagte nahm das Urteil ohne Reaktion entgegen.

Staatsanwaltschaft forderte zehn Jahre Haft

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Die trauernde Großmutter am Grab des toten Jungen.

Der dreijährige Ilyas starb im Januar 2016. Weil der Junge schon im Bett war, ließ seine Mutter ihn kurz mit ihrem damaligen Lebensgefährten Bashkin B. alleine zu Hause. Als sie vom Einkaufen zurückkam, hatte ihr Sohn starke Kopfverletzungen, an denen er vier Tage später im Krankenhaus starb.

Gutachter stellten fest: Der Kopf des Jungen wurde offenbar brutal vor einen harten Gegenstand geschlagen. Was genau passierte, das blieb bis zum letzten Prozesstag unklar. Der Angeklagte verstrickte sich immer wieder in Widersprüche.

Zunächst behauptete der Angeklagte Ilyas sei auf dem Weg zur Toilette ausgerutscht. Später sagte er aus, der Dreijährige sei vor die Badezimmertürklinke gelaufen und bewusstlos geworden. Die Rechtsmediziner, die Ilyas' Leiche obduzierten, sind sich jedoch sicher, dass das nicht stimmt. Die Verletzungen des Jungen können nicht von einem Sturz stammen. Zwei medizinische Gutachten stützen ihr Urteil.