Münchner Flüchtlingsunterkunft: Syrerin rettet Schildkröte in Jackentasche

Diese Maurische Landschildkröte wurde in der Jackentasche einer Syrerin in einem Münchner Flüchtlingslager entdeckt.
Diese Maurische Landschildkröte wurde in der Jackentasche einer Syrerin in einem Münchner Flüchtlingslager entdeckt.
© dpa, Auffangstation für Reptilien

22. November 2015 - 11:19 Uhr

Tierliebe gibt es auch in Kriegszeiten

Als anscheinend unverzichtbarer Wegbegleiter hat sich eine Schildkröte erwiesen, die in der Jackentasche einer Syrerin in einer Münchner Flüchtlingsunterkunft entdeckt wurde. Die grenzenlose Tierliebe der Besitzerin führte das Tier über 3.000 Kilometer bis nach Deutschland.

Wie die Münchner Auffangstation für Reptilien mitteilte, beschlagnahmten die Behörden die Maurische Landschildkröte unter anderem wegen "der nicht-artgemäßen Haltung in der Jackentasche". Der Stationsleiter zeigte sich beeindruckt: "Offensichtlich ist der Frau ihre Schildkröte so wichtig gewesen, dass sie sie auf der beschwerlichen Flucht mitnehmen und sie nicht ihrem Schicksal in Syrien überlassen wollte."

Nach einer Untersuchung erklärte der Fachtierarzt: "Trotz seiner geringen Größe handelt es sich um ein sehr altes Männchen, das vermutlich 50 Jahre oder älter ist." Das Tier sei in einem sehr guten Zustand.