Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom: Fehldiagnose - Mutter darf Tochter nicht sehen

21. November 2015 - 15:36 Uhr

"Wann hört das endlich auf?"

Sie tat das, was jede Mutter tun würde: Als ihre wenige Monate alte Tochter Nahrung verweigert und deshalb an Gewicht verliert, wendet sich Ingrid F. hilfesuchend an mehrere Ärzte und Spezialisten. Dann wird ihr wegen einer Fehldiagnose das Kind weggenommen. Doch die Mutter kämpft wie eine Löwin.

Ingrid F. sollte an Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom leiden
Fehldiagnose: Ingrid F. leidet nicht unter dem Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom

Die Frau, die hier Ingrid F. genannt wird, hat Tränen in den Augen, wenn sie über das spricht, was sie durchgemacht hat. Über Monate durfte sie ihre Tochter nicht sehen. Dabei wollte sie der kleinen Anna nur helfen. Als das wenige Monate alte Mädchen kaum isst und trinkt, fährt sie mit ihr ins Krankenhaus, damit untersucht wird, woran das liegt. Auch eine Kinderpsychologin untersucht das Kind. Und die diagnostiziert: Nicht das Kind ist krank – das Problem ist die Mutter. Bei Ingrid F. will sie das sogenannte Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom festgestellt haben. Die Betroffenen täuschen hier Krankheiten ihrer Kinder vor oder verschlimmern sie sogar noch. Experten vermuten, dass sie Aufmerksamkeit bekommen wollen. Für die Kinder fatal – die Misshandlung kann so weit gehen, dass sie sogar sterben.

Die Konsequenzen für Ingrid F. sind drastisch: "Man hat uns mitgeteilt, dass ich mich vom Kind trennen muss, um den Verdacht zu bestätigen oder zu widerlegen", erzählt sie RTL. Sie müsse einfach mal weg von Anna, um das ewige Theater zu beenden. Auch wenn Ingrid F. selbst Hausärztin ist, willigt sie zunächst ein, denn ihre Tochter hat bereits viel Gewicht verloren. Doch auch im Krankenhaus wird es nicht besser. Anna schreit, isst auch weiterhin kaum etwas. Währenddessen geht ihre Mutter durch die Hölle: "Das war schon ziemlich hart für mich. Also, ich hab' dann schon gesagt: 'OK, eine Woche noch, aber wann hört das endlich auf?' Ich hab' sie überhaupt nicht sehen dürfen, mir wurde das verboten."

Wie sie schließlich aus dieser unfassbaren Situation einen Ausweg findet, sehen Sie im Video.