Viele bunte Pillen im Haus

Zoll nimmt Drogen-Sammler (32) hoch

Zoll München
© Zoll München

10. Juli 2020 - 9:55 Uhr

Münchner hat eine „außergewöhnliche Sammelleidenschaft“

Einige Enthusiasten sammeln Briefmarken oder Münzen, andere haben den Kühlschrank voll mit Magneten aus aller Welt. Doch unter den Sammlern finden sich auch Skurrilitäten, die dann zum Fall für die Polizei werden. 2.000 Ecstasy-Tabletten und 1.200 LSD-Pappen haben die Zollbeamten bei einem 32-jährigen Münchner gefunden und beschlagnahmt. Das Kuriose ist aber, der Mann nimmt gar keine Drogen. Die Beamten stellten eine "außergewöhnliche Sammelleidenschaft" bei dem Bayern fest.

"Faible für die Vielfalt illegaler Drogen"

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Diese Drogen sammelte der Mann aus Bayern in seinem Haus.
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Ein Faible für die Vielfalt illegaler Drogen habe der Mann – ohne selbst zu konsumieren, schreibt der Münchner Zoll in seiner Mitteilung von Freitag. Er beschaffte sich und häufte überwiegend synthetische Drogen in Form von Tabletten, Pillen oder Pulvern an, heißt es. Die Beamten fanden rund 100 verschiedene Stoffe wie Crystal, Ketamin, Kokain, MDMA oder Meskalin, die der Mann in akribisch beschrifteten Glasröhrchen aufbewahrte. Daneben waren tütchenweise Ecstasy-Pillen mit rund 40 unterschiedlichen Motiven vorgefunden worden.

Nicht nur Drogen im Haus

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Einige Drogen ließ sich der Mann mit der Post zuschicken.
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Die Ermittler stellten außerdem eine Geldkassette mit 10.000 Euro Bargeld sicher, die er wohl zum Anschaffen der illegalen Drogen nutze. Im Keller fanden sie zudem noch 20 original verpackte Smartphones "eines namhaften Herstellers". Aber damit noch nicht genug: "Er verfügte zudem über Tablettiermaschinen und Stempel, wie sie u.a. zur Herstellung und Kennzeichnung von Pillen oder Tabletten dienen", schreibt der Zoll. Wie er an diese Geräte gelangte, wollte er nicht preisgeben.

Zollbeamte fingen mehrere Päckchen ab

Die Ermittler wurden auf den Mann aufmerksam, nachdem zu Beginn des Jahres ein Päckchen aus den Niederlanden, das an ihn adressiert war, kontrolliert worden ist. Dort fand der Zoll 250 Ecstasy-Pillen. Später konnten die Behörden zwei weitere Päckchen mit Drogen abfangen und sicherstellen. Gegen den Mann wird nun wegen Verdachts von Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Neue-psyochaktive-Substanzen-Gesetz ermittelt.