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München: Frau lässt sich heimlich befruchtete Eizellen einpflanzen – Ex-Mann muss fürs Kind zahlen

Frau lässt sich befruchtete Eizellen von ihrem Ex einsetzen
Frau lässt sich befruchtete Eizellen von ihrem Ex einsetzen Jetzt will sie Unterhalt vom Vater 01:55

Ex-Mann wurde Jahre nach der Beziehung plötzlich Vater

Seine Ex-Frau ließ sich ohne seine Zustimmung befruchtete Eizellen einsetzen und wurde schwanger. Unterhalt muss der Mann für das ungewollte Kind (3) trotzdem zahlen, obwohl die Befruchtung Jahre nach der Beziehung der beiden stattgefunden hat. Das hat die Arzthaftungskammer des Landgerichts München I am Mittwoch entschieden und die Klage eines Vaters abgewiesen, der sich von den Unterhaltspflichten hatte freistellen lassen wollen.

Ex-Frau fälschte Unterschrift, um Eizellen einsetzen zu lassen

Vor etwa fünf Jahren ließ das damalige Ehepaar Eizellen der Frau in einer Praxis entnehmen, befruchten und einfrieren. Der Mann hatte dem Eingriff schriftlich zugestimmt. Kurz darauf jedoch eskalierten die Beziehungsprobleme und es kam zur Trennung. Die Frau hielt an ihrem Kinderwunsch fest und fälschte die Unterschrift des Mannes, um sich die Eizellen einpflanzen zu lassen. Ein erster Versuch (2013) blieb erfolglos, ein zweiter mehrere Monate später – erneut mit gefälschter Unterschrift – führte schließlich zur Schwangerschaft und zur Geburt eines Sohnes. Der Mann wollte für das Kind nicht zahlen und sah stattdessen die Praxis in der Pflicht, den Unterhalt zu übernehmen.

Darum muss der ahnungslose Vater trotzdem zahlen

Nach Ansicht der Richter hat der Mann seine zunächst erteilte Einwilligung nicht eindeutig genug widerrufen. Die Ärzte hätten keinen Anlass gehabt, an der Echtheit der Unterschrift zu zweifeln – zumal ja die anfängliche schriftliche Zustimmung vorgelegen habe. Der Kläger hat nach Angaben des Gerichts im Prozess vorgetragen, dass er am Telefon gegenüber einer Praxis-Angestellten schon vor dem ersten Versuch seine ursprüngliche Einwilligung zum Transfer der Eizellen widerrufen habe. Das Telefonat, so argumentiert das Gericht, habe aber keinen eindeutigen Inhalt gehabt – und der Mann sein Einverständnis auch in der folgenden Zeit nicht schriftlich oder nochmals mündlich widerrufen. Das aktuelle Urteil gegen den Mann ist noch nicht rechtskräftig, er kann noch Einspruch einlegen. Seine Ex-Frau soll laut der 'Süddeutschen Zeitung' bereits wegen Urkundenfälschung verurteilt worden sein.

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