Bayern für Bielefeld zwei Nummern zu groß

Müller und Lewandowski glänzen jeweils per Doppelpack

Robert Lewandowski und Thomas Müller trafen in Bielefeld jeweils doppelt
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17. Oktober 2020 - 23:35 Uhr

60 Minuten Einbahnstraßenfußball auf der Alm

Das Ding bei David-gegen-Goliath-Nummern ist ja nun mal, dass meistens Goliath gewinnt. Auch in Bielefeld. Das musste die Arminia beim 1:4 gegen die Bayern schmerzhaft erfahren. Gladbach und Wolfsburg treten nach einem Remis auf der Stelle.

Arminia Bielefeld - FC Bayern München 1:4 (0:3)

Tore: 0:1 Müller (8.), 0:2 Lewandowski (25.), 0:3 Lewandowski (45.+1), 0:4 Müller (51.), 1:4 Doan (59.)

Rot: Tolisso (FCB/76./Notbremse)

Bayern machen früh Nägel mit Köpfen

Die Bayern nahmen den vor der Partie starkgeredeten Aufsteiger von Beginn an ernst – im Sinne von zack bumm. Während Joshua Kimmich zuhause geblieben war, um seiner zweiten Vaterschaft entgegenzufiebern, avancierte Thomas Müller am Rande des Teutoburger Waldes früh zum Vater des Erfolg. Schon nach acht Minuten netzte er zur Führung ein. Sieben Minuten später verhinderte der aufmerksame Keeper der Arminia, Stefan Ortega, Müllers zweiten Treffer.

Bielefeld war zwar bemüht, das Tempo der Gäste irgendwie mitzugehen, hinkte dabei aber permanent zwei Schritte hinterher. Nach Balleroberung von Kingsley Coman bediente Leon Goretzka Robert Lewandowski mustergültig, der Pole knallte den Ball von der Strafraumgrenze in die Maschen.

Müller wird zum historischen Assistenten

Mit dem Rücken zur Wand gaben die Hausherren ihren Defensiv-Fokus etwas auf und wurden mutiger. FCB-Schlussmann Manuel Neuer musste in der 30. Minute zum ersten Mal eingreifen, als Fabian Klos nach einem langen Abschlag von Ortega plötzlich frei vor ihm auftauchte. Das war es dann aber auch schon mit der offensiven Herrlichkeit.

Danach waren in der Oetker-Stadt wieder Puddingbeine angesagt. Pechvogel Amos Pieper fälschte Lewandowskis zweiten Treffer des Abends kurz vor dem Pausenpfiff ab. Vorbereiter übrigens: Müller. Mit historischem Ausmaß. Erstmals seit Erfassung der Torvorlagen 1988/89 gelangen einem Spieler in der Bundesliga 150 Assists.

Tolisso sieht Rot

Auch in der zweiten Halbzeit ging das bajuwarische Trainingsspiel weiter. Der dank Trainer Hansi Flick runderneuerte Müller schien nur wenige Minuten nach der Pausendesinfektion für einen reibungslosen Almabtrieb zu sorgen. Doch ganz ohne zu zicken wollte das Vieh nicht in den Stall. Ritsu Doan schloss einen ordentlichen Konter der Hausherren eiskalt ab. Ganz ohne Gegentore geht es bei den Bayern derzeit halt nicht. Und dass Corentin Tolisso eine Viertelstunde vor Schluss nach einer Notbremse gegen Klos vorzeitig unter die Dusche musste, dürfte Flick auch nicht sonderlich geschmeckt haben.

Mit dem dritten Saisonsieg nach vier Spieltagen kletterten die Münchner in der Tabelle auf Platz 2 hinter RB Leipzig, dass sich zuvor beim FC Augsburg mit 2:0 durchgesetzt hatte.

Borussia M'gladbach - VfL Wolfsburg 1:1 (0:0)

Tore: Hofmann (78./FE), 1:1 Weghorst (85.)

Die Hausherren zeigten direkt, wer Chef auf dem Platz ist. Doch sowohl Florian Neuhaus als auch Jonas Hofmann vergaben beste Chancen. Wolfsburg tat sich indes schwer, überhaupt offensiv stattzufinden. Nach der Pause wendete sich das Blatt. Maximilian Arnolds Hammer aus 18 Metern konnte Yann Sommer mit den Fäusten nur nach vorne abwehren, der Nachschuss von Ridle Baku rauschte nur knapp am Pfosten vorbei (63.). Nur drei Minuten später hatte Josip Brekalo die Gästeführung auf dem Fuß. Nach katastrophalem Aufbaufehler konnte Neuhaus dessen Schuss in letzter Sekunde ins Toraus grätschen.

Bei den Borussen war fortan alles zerfahren, kein Raumgewinn, keine Ideen, kein nichts. Doch aus diesem Nichts heraus kam die Führung. In Folge eines zu kurzen Rückpasses von Maxence Lacroix zu Koen Casteels legte der. VfL-Keeper den herangeeeilten Marcus Thuram im 16er. Hofmann verwandelte vom Punkt. Da das Spiel aber beim besten Willen keinen Sieger verdient hatte, schlug Wolfsburg zurück. Bei seinem ersten Startelfeinsatz in dieser Saison legte Wout Weghorst den Fohlen noch ein Ei ins Nest.

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