Müller: Schließung von Wildtiermärkten in Asien und Afrika

Gerd Müller (CSU), Entwicklungsminister (l-r), Andreas Knieriem, Direktor von Zoo in Berlin, und Eckart von Hirschhausen werben für den Erhalt der Artenvielfalt. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
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20. Mai 2020 - 16:04 Uhr

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat eine schnelle Schließung von 50 Wildtiermärkten in Asien und Afrika gefordert, um die Übertragung gefährlicher Krankheiten auf den Menschen einzudämmen.

"Je mehr die natürlichen Lebensräume schrumpfen, desto größer ist die Gefahr, dass Viren vom Tier auf den Menschen überspringen. Corona ist das jüngste Beispiel", sagte der CSU-Politiker am Mittwoch in Berlin. "Deswegen müssen wir viel entschlossener die natürlichen Lebensräume schützen und gegen Wildtierhandel und Wildtiermärkte vorgehen."

Müller kündigte anlässlich des Internationalen Tages zum Erhalt der Artenvielfalt am 22. Mai die Gründung einer "Internationalen Allianz gegen Gesundheitsrisiken im Handel mit Wildtieren und Wildtierprodukten" zusammen mit dem World Wide Fund For Nature (WWF), der Wildlife Conservation Society (WCS) und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) an. Zu den Zielen zählt neben der Schließung von Wildtiermärkten die Erforschung des Zusammenwirkens von Human- und Tiermedizin.

Es wird vermutet, dass der Erreger der Krankheit Covid-19 auf einem Wildtiermarkt in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan auf den Menschen übergesprungen ist. In China sind inzwischen alle Wildtiermärkte geschlossen. Die neue Allianz will darauf hinwirken, dass das auch so bleibt.

Bei den geforderten Schließungen geht es nach Angaben des Entwicklungsministeriums um Märkte in Südostasien und Afrika, unter anderem in Vietnam und im Kongo. Das Fleisch der Wildtiere wird auf diesen Märkten ungekühlt zum Verzehr und das Fell, Knochen sowie die Hörner zu medizinischen Zwecken angeboten. Besonders bedenkliche Tierarten sind Fledermäuse, Primaten, Schleichkatzen, oder Schuppentiere.

Quelle: DPA