RTL/ntv "Frühstart"

Entwicklungsminister Gerd Müller: "Deutsche Hilfe ist unglaublich willkommen"

18. Juni 2020 - 10:21 Uhr

"Als nächstes liefern wir Beatmungsgeräte"

Gerade in Entwicklungsländern ist die Lage aufgrund des Coronavirus zunehmend bedrohlicher. Deswegen schickt Deutschland gezielt Ärzte und Labormaterial in Länder, die Hilfe bei der Bekämpfung des Virus brauchen. In einem exklusiven Interview zu dem Thema, sagte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller, dass derzeit über zehn Länder nach akuter Hilfe fragten, darunter Togo und Peru.

Die nächsten Einsätze der sogenannten "Schnell Einsetzbaren Expertengruppe Gesundheit" (SEEG) seien in circa einer Woche geplant. "Unsere Sondereinsatzgruppe, ich nenne sie Weißhelme, sind Ärzte und Laborwissenschaftler, die mit Test-Kits unser Wissen in diese Länder bringen und Soforthilfe leisten", sagte Müller im RTL/ntv "Frühstart"

Derzeit bereite man auch einen Einsatz im brasilianischen Manaus vor, wo sich die Lage täglich verschlechtert (im Video). "Nachdem sich die Krise in Europa etwas entspannt, gibt es auch Kapazitäten", so Müller. 

"Der nächste Schritt wird sein, dass wir Beatmungsgeräte liefern und damit zum Überleben beitragen." Bis jetzt seien schon über 240.000 Corona-Test-Kits an Partnerländer übergeben worden. Nach Angaben des Ministeriums sei die "SEEG" nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der weltweit zweitgrößte Verteiler von Tests. "Sie glauben nicht, wie willkommen deutsche Hilfe ist", sagte Müller.

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"Haben es mit dramatischer Hungerkrise zu tun"

Der Minister betonte auch, wie dramatisch die wirtschaftliche Lage wegen der Coronavirus-Pandemie in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern sei.

"Durch das Zusammenbrechen der Wirtschaft haben wir es mit einer dramatischen Hungerkrise in afrikanischen, aber auch in lateinamerikanischen Ländern zu tun." Die meisten Menschen vor Ort seien nicht in festen Beschäftigungsverhältnissen angestellt und müssten täglich auf die Straße gehen, um ihr Geld zu verdienen. "Das geht jetzt alles nicht mehr", erklärte Müller. "In Guatemala hängen weiße Fahnen aus den Fenstern. Das heißt nicht, dass das Virus angekommen ist, sondern der Hungertod."

Noch mehr Video-Interviews aus der Reihe "Frühstart"

Im RTL/ntv-"Frühstart interviewen wir täglich Politiker zu aktuellen gesellschaftlich und politisch-wichtigen Themen. In unserer Videoplayliste können Sie sich die Interviews ansehen.

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