Müll vermeiden und Gutes tun: Flugreisende können ihre Pfandflaschen spenden

16. Juli 2017 - 18:56 Uhr

Neue Chance für Langzeitarbeitslose

Vor dem Einchecken noch schnell was trinken – das machen täglich Tausende Passagiere am Flughafen Tegel in Berlin. Die leere Getränkeflasche landet dann im Müll. Eine Initiative will daran nun etwas ändern. Unter dem Motto 'Spende Dein Pfand' kümmern sich am Flughafen nun ganz offizielle Pfandsammler um die leeren Flaschen.

In Tegel wurden große transparente Spendenbehälter aufgestellt, in denen die Fluggäste ihre Flaschen entsorgen können, die sie nicht mit durch die Sicherheitskontrolle nehmen dürfen. Die Entleerung der Tonnen übernehmen ehemalige Langzeitarbeitslose. Sie kümmern sich darum, dass die Flaschen sortiert und in spezielle Säcke verpackt werden. Mülltonnen durchwühlen müssen sie aber nicht. Nur die Flaschen, die in den Sammeltonnen landen, dürfen die Pfandbeauftragten auch mitnehmen.

"Man hat wieder eine Aufgabe"

Pfandbeauftragte Susanne Pieske am Flughafen Berlin-Tegel
Susanne Pieske kümmert sich am Flughafen Berlin-Tegel um die gespendeten Pfandflaschen.

Die Recycling-Firma 'Der Grüne Punkt' kommt die Säcke dann regelmäßig abholen. Die Flaschen und Dosen werden nicht verbrannt, sondern recycelt und das Pfandgeld wird dazu genutzt, die Pfandbeauftragten zu bezahlen. Aktuell werden bundesweit so 13 Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose komplett oder zumindest teilweise finanziert. Das Geld, das dann noch übrig bleibt, kommt anderen gemeinnützigen Projekten zugute, zum Beispiel den Berliner Tafeln.

Susanne Pieske ist eine dieser Pfandbeauftragten am Flughafen Tegel. Ihr macht der neue Job großen Spaß. "Man sitzt nicht mehr zuhause herum, man hat wieder eine Aufgabe", erklärt sie. Doch ihr bedeutet die Arbeit für das Pfand-Projekt noch viel mehr. Früher, als ihre Kinder noch klein waren, war sie selbst auf das Angebot der Tafel angewiesen, wenn das Geld am Monatsende nicht reichte. "Ich freu mich einfach, dass ich vielleicht ein Stück zurückgeben kann", sagt die Frau.

Mitmachen ist ganz einfach

Nicht nur in Berlin stehen die Sammelbehälter, auch andere Flughäfen beteiligen sich an dem Projekt. In Hamburg, Bremen, Paderborn, Köln/Bonn und Stuttgart kümmern sich ebenfalls Pfandbeauftragte um die leeren Flaschen der Passagiere. So lässt sich nicht nur tonnenweise Müll vermeiden, sondern gleichzeitig auch noch Gutes tun. Wieviel Geld dabei bisher für gemeinnützige Zwecke zusammengekommen ist, sehen Sie im Video.

Und sogar die Getränkereste werden nicht verschwendet. Süße Getränke, wie Saft, Limo oder Cola müssen die Pfandbeauftragten zwar wegschütten. Das übrig gebliebene Wasser wird aber in Eimern gesammelt und zum Blumengießen im Flughafen benutzt, erklärt Pieske. Wer das Projekt unterstützen möchte, braucht nichts weiter zu tun, als bei der nächsten Flugreise seine leere Pfandflasche am Flughafen nicht in den Mülleimer zu werfen, sondern in eine der Sammeltonnen von Susanne Pieske und ihren Kollegen.